[Rezension] Katja Klengel – Girlsplaining

Titel: Girlsplaining | Autorin/Zeichnerin: Katja Klengel| Verlag: Reprodukt

Schambehaarung, Menstruation, das erste Mal und Sex allgemein…obwohl wir in einer sexualisierten Welt leben und inzwischen über so viel mehr sprechen können als noch vor 20, 30 Jahren, haben die einfachsten Themen immer noch etwas anrüchiges. Ganz besonders, wenn Mädchen und Frauen darüber sprechen. Während es für Jungs völlig normal ist, in Gruppen lautstark über Selbstbefriedigung zu reden, trauen sich Mädchen oftmals nicht einmal, auch nur darüber nachzudenken.

Was habe ich nicht schon alles zusammengestöhnt, um den Sex schneller zu beenden! (S. 119)

Katja Klengel spricht in Girlsplaining über genau diese Themen, und zwar so, wie man es sollte: unaufgeregt, aufgeregt weil so vieles neu ist, mit ein bisschen Wut und Genervtheit ob der patriarchalen Gesellschaftsnormen, und mit sehr viel Humor. So findet man in ihrem Bett durchaus mal Spock, den sie als jüngeres Ich vergöttert hat, und auch Freud wird mithilfe von Harry Potter und Voldemort so richtig auf’s Korn genommen. Ganz wichtig ist auch die Spielzeugfalle, die auch im Netz in den Sozialen Medien schon länger diskutiert und kritisiert wird.
Vieles von dem, was sie beschreibt, dürften die meisten Frauen kennen. Sich an unrasierten Beinen aufhängen. Lust und Freude beim Sex vortäuschen oder zumindest übertrieben darstellen, damit sich der Sexualpartner fühlt wie ein Hengst, schneller kommt und das Trauerspiel für die Frau ein Ende hat. Sich für seine Vorliebe für Actionhelden rechtfertigen müssen…
Die Comicsammlung ist vor allem für Jugendliche geeignet, die gerade erst am Anfang solcher Auseinandersetzungen stehen oder mitten drin. Wer schon länger im Thema ist, hat hier ein paar hübsch illustrierte bekannte Argumente – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

3 Kommentare zu „[Rezension] Katja Klengel – Girlsplaining“

  1. Eine schöne, kurze Besprechung 🙂 Das Buch klingt spannend (leider halt cisnormativ), aber in der Kürze ganz gut entschieden. Gerade Fragen nach der Komunikation über Dinge über die Periode hinaus oder gar schlechten Sex vermisse ich bei anderen Büchern in diesem Genre oft.
    Danke für den Einblick!

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