[Rezension] Lisa Frühbeis – Busengewunder

[Rezension] Lisa Frühbeis – Busengewunder

Titel: Busengewunder | Autorin: Lisa Frühbeis | Verlag: Carlsen
Danke für das Rezensionsexemplar

Worum geht’s?

Pink Tax, Menstruation*, Beinbehaarung oder keine Beinbehaarung, überhaupt Körperlichkeit im Öffentlichen Raum und Schönheitsideal, belästigende Kommentare mitten in der Nacht auf dem Heimweg… es gibt unfassbar viele sexistische, patriarchale Mechanismen, die Frauen im Alltag beschäftigen, unterdrücken, mit denen sie sich auseinandersetzen müssen (bevor jemand den Zeigefinger hebt: natürlich nicht nur cis Frauen, sondern auch trans Männer, Enbys und weitere, die von anderen als weiblich wahrgenommen werden). Diese kleinen und großen Themen greift Lisa Frühbeis in ihrer Comicsammlung „Busengewunder“ auf.

Wie war’s?

Lisa Frühbeis greift in ihren Comics einen Seximus nach dem nächsten auf, zeigt den Alltag, der für Menstruierende, für Frauen und als solche wahrgenommene einfach echt Scheiße sein kann (Stichwort: Pink Tax; Nachts allein von nem Fremden angesabbelt werden; fragwürdige weibliche Vorbilder) und macht auch vor dem deutschen Strafgesetzbuch nicht halt. Übrigens einer meiner Lieblingscomics in dem Buch. Ein anderer Lieblingscomic dreht sich um das Thema Solidarität unter Frauen, die immer noch nicht weit genug verbreitet ist. Nach wie vor sieht man andere als Konkurrent:innen, und dieser Comic ist eine schöne Hommage daran, dass wir einander helfen sollten.

So begeistert ich anfangs war, so hart saß der Schlag in der Magengrube, als es um Geschlechtsorgane ging. Die wurden ganz binär in Männlein und Weiblein aufgeteilt. Echt jetzt? Ernsthaft Leute, wir sind doch schon weiter als das! Eine Frau kann einen Penis haben, ein Mann eine Vulva, und wenn Körperteile Geschlecht definieren würden, sähe es für Enbys ganz gruselig aus. Körperteile sagen so viel über Geschlecht aus wie Haarfarben über Intelligenz oder den Mangel dieser. Dieser Comicstrip ist so überflüssig wie ein Furunkel am Mors.

Lisa Frühbeis ist selbst Protagonistin dieser Comic-Strips, daher haben diese eine cis Perspektive. Was an sich nichts verwerfliches ist, und feministische Comics sind im Vergleich immer noch recht rar gesät. Und das Patriarchat, Sexismus und ungleiche Chancenverteilung werden klar verdeutlicht. In Bezug auf Gender jedoch ist mir die Comicsammlung schlicht zu binär. Was schade ist, denn davon abgesehen hat das Lesen wirklich Spaß gemacht.

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