[Rezension] Marc Andreyko (Hrsg.) – Love is Love

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Titel: Love is Love | Herausgeber: Marc Andreyko | Zeichner*innen: diverse | Verlag: Panini
Danke für das Rezensionsexemplar!

Am 12. Juni 2016 wurde der vornehmlich von LGBTQ*-Mitgliedern besuchte Club Pulse in Orlando, Florida, von einem Mann überfallen. Er schoss, sowohl aus homophoben als auch rassistischen Motiven, wahllos auf die anwesenden Gäste, tötete 49 Menschen und verletzte 52 weitere schwer. Es ist eins der schwersten Attentate auf die LGBTQ* Community. Weltweit haben Menschen Brüder, Schwestern, Freunde, Freundinnen, ihre Kinder in diesem Club verloren, die Trauer war grenzenlos. Nicht nur für diejenigen, die Angehörige in diesem Massaker verloren haben, sondern auch für alle anderen der LGBTQ* Community, denn der Angriff galt ihnen, uns, als Ganzes.
Die Folgen waren neben Trauer Angst, Verunsicherung, Wut, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit.

Um dem entgegenzuwirken, um Linderung zu schaffen, aber auch eine Möglichkeit der Verarbeitung und zu zeigen, dass man zusammensteht, versammelte Marc Andreyko unterschiedlichste Künstler*innen um sich, z.T. aus der Community, z.T. Allys derselben, um die Comicanthologie Love is Love herauszugeben. Von bunten Einblicken auf einer einzelnen Seite hin zu Gedichten und simplen Aquarellportraits von Ermordeten ist alles dabei. Die Gefühle, die die einzelnen Künstler*innen beim Zeichnen hatten, strahlen einem von jeder Seite entgegen. Die Trauer, die Angst, die Verzweiflung. Aber auch die Hoffnung und der Zusammenhalt. Diese Anthologie geht direkt über das Herz an die Nieren.

Man könnte meinen, sogar hoffen, dass diese Anthologie inzwischen nicht mehr so nötig wäre wir zu ihrem Erscheinen. In Anbetracht dessen, dass trans Aktivist*innen Morddrohungen in ihren Briefkästen finden, dass Konversationstherapien in Deutschland immer noch angeboten werden dürfen, dass Parteien wie die AfD gegen die Rechte, die bloße Existenz von LGBTQ* Menschen kämpfen, dass viele Mitglieder aus dem queeren Spektrum noch immer nicht sichtbar sind, dass ihre Bedürfnisse nicht anerkannt werden, in Anbetracht der Kommentarspalten von Onlinemagazinen, Twitter, Facebook… wird Love is Love nie ihre Wichtigkeit verlieren.

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