[Federlesen] Messeknigge oder: Wie verhalte ich mich nicht wie ein Arschloch

[Federlesen] Messeknigge oder: Wie verhalte ich mich nicht wie ein Arschloch

Die Leipziger Buchmesse steht vor der Tür, letzte Termine werden ausgemacht und die Bloggerkollegen angehauen, ob und wo man sich sieht. Manche sind schon alte Hasen und haben ihre ganz eigenen Punkte, die sie vor, während und nach der Messe abhaken, um gut über die Messe zu kommen. Manch einer ist noch Messe-Jungfrau oder wenigstens Frischfleisch und kennt noch nicht alle Kniffe oder worauf man achten muss.
Die perfekten Messe Survival Tips hat Belle zusammengestellt, und auch Philip hatte sich zur Frankfurter Buchmesse 2016 vor die Kamera gestellt (beide Videos sind ganz unten im Beitrag). Wer es nicht so mit Videos hat, findet bei Julia von Leselust eine schriftliche Ausführung.

Neben den Suvival Kits ist aber auch ein Messeknigge wichtig, denn auch wenn ich durch Conventions durchaus massenkampferprobt bin, verschlug es mir auf der Frankfurter Buchmesse mehrfach die Sprache angesichts des rüpelhaften Verhaltens, das dort Gang und Gäbe zu sein schien.

Koffer auf der Messe oder: Ich habe meinen halben Hausstand dabei!

Die Messe ist voll, die Gänge eng, vor einzelnen Ständen bilden sich kleine Trauben. Manchmal steht aber auch ein Trollie oder Koffer im Weg, in dem man problemlos die Leiche eines Boxers transportieren könnte. Man stolpert drüber und fällt schlimmstenfalls hin, oder noch viel angenehmer: der oder die Besitzerin rollt mit ihrem Hausstand über fremde Füße. Ich bin wenig zimperlich, und mal kann sowas vorkommen. Bei der Masse an Trollis und Koffern auf der Messe passiert das allerdings mehrfach, und das nervt. Und tut weh.
Die Garderoben kosten nicht viel, vermutlich zwei Euro, und für akkreditierte Blogger und Pressevertreter sind sie sogar kostenfrei. Gebt eure Koffer dort ab. Das ist übrigens nicht nur für eure Mitmenschen angenehmer, sondern auch sehr viel stressfreier für euch.

Koffer, Reisekoffer, Messe Mit dem Ding über die Messe? Keine gute Idee…

Im Gang (1), oder: Langsamlatscher, Imwegrumsteher und das Rudelverhalten

Mein favorisierter Menschenschlag. Ich bummle und trödle auch gern, am liebsten natürlich mit Freunden. Allerdings versuche ich immer aufzupassen, dass ich oder wir nicht an ungünstigen Stellen stehenbleiben und den Gang verstopfen oder unvermittelt mitten im Gang stehen bleiben, damit die Leute hinter mir in mich oder uns reinbrettern. Ist für keinen angenehm.
Egal, ob ihr allein oder mit Großfamilie unterwegs seid, achtet ein bisschen auf eure Umgebung. Geht nicht nebeneinander um die komplette Breite des Gangs zu nutzen – dann kommt nämlich keiner mehr durch.
Macht eure Pause oder Bloggersquad-Treffen bitte nicht auf einer Gangkreuzung oder faltet dort den Hallenplan auseinander – das geht am Rand genausogut.

Im Gang (2) – Smartphones, oder: so wichtig bist du auch wieder nicht

Gerade wir Buchblogger sind vollvernetzt. Twitter, Facebook, Instagram und Instatories, Snapchat, Emails…Gerade auf Buchmessen brummt und summt es in unserer Tasche: unser Smartphone meldet den 100. Like auf ein Foto, dein Tweet „OMG, DIESES BUCH #cutebook #readthatordie #otp“ wurde schon wieder geteilt und WordPress meldet einen neuen Kommentar. Es ist okay, wenn du alle 5 Minuten auf dein Smartphone gucken willst, gerade Buchmessen sind super, um sich zu vernetzen und auszutauschen, und die Social Media Kanäle laufen heiß.
Wenn du deine Social Media Kanäle checken möchtest und auch ein paar Sachen beantworten willst, ist der Rand am Gang oder eine ruhige Ecke genau der richtige Ort dafür. Wie eben gilt: bitte nicht in der Gangmitte oder gar auf einer Gangkreuzung.

[NEU] Im Gang (3) – Rollstuhlfahrer, oder: Rollis schubsen ist voll uncool – und ich könnte euch anpöbeln wenn ich das sehe

Ich weiß. Rollstühle sind sperrig, und wenn man an ihnen nicht vorbeikommt, obwohl man es gerade besonders eilig hat (Toilette, nächster Verlagstermin, da drüben ist endlich der Lieblingsverlag), ist man schnell genervt. Genervt sein ist nicht das Problem, aber der Umgang damit. Kein Mensch kann was dafür, wenn man nicht auf den ersten Blick erkennt, dass du der Naben der Welt bist, dem auch Rollstuhlfahrer*innen gefälligst aus dem Weg zu rollen haben. Den Rollstuhl dann eigenmächtig zu bewegen ist aber nicht nur frech, es ist direkt übergriffig. Menschen sind keine Gegenstände, die man einfach aus dem Weg räumt, auch wenn sie in einem Sitzen. Annölen ist übrigens auch nicht das Mittel der Wahl. Die betroffenen Menschen sind auf ihren Rollstuhl angewiesen, sonst hätten sie ihn kaum dabei. Es ist keine Freude, sich damit durch die Menschenmassen zu bewegen, weswegen eh viele von Messe- und Conventionbesuchen absehen.
Wenn du also an einem Rollstuhl vorbei möchtest, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder auf weniger Gegenverkehr warten und dann “überholen” (bitte ohne Stöhnen und Seufzen!) Oder, wenn die/der Rollstuhlfahrer*in sich nicht in die gleiche Richtung bewegt oder an einem Stand steht, freundlich fragen, ob man vorbei kann.
Ganz allgemein hilft es aber allen Beteiligten und Besucher*innen, wenn man einfach ein bisschen sein Umfeld im Auge behält. Rollis, Menschen auf Krücken oder mit Rollator, oder mit anderen Hilfen zur Fortbewegung haben eben diese Hilfen nicht dabei, um euch zu ärgern oder absichtlich im Weg zu stehen. Sie nicht umzurennen oder zu behandeln wie Zeug, das im Weg liegt, sollte eigentlich zum guten Ton gehören!

Rolltreppen, oder: Hast du deinen Rolltreppenführerschein vom Grabbeltisch bei Aldi?

Es ist ganz einfach: Links gehen, rechts stehen. So können die, die es eilig haben, zu ihren Terminen hechten, und die anderen, die gerade etwas Luft haben, durchatmen.

Links ist's richtig, da können die Menschen an der Seite hoch. Rechts ist es eine Katstrophe. Links ist’s richtig, da können die Menschen an der Seite hoch. Rechts ist es eine Katstrophe.

Fahrstühle, oder: Macht’s mal kuschelig, dann können auch mehr mit!

Was auf der Rolltreppe die Linkssteher sind, sind im Fahrstuhl die, die sich weigern weiter als bis zur Mitte zu gehen. Vollkörperkontakt ist nicht jedermanns Sache, aber im Fahrstuhl leider nicht zu vermeiden. Also merken: Wenn man Fahrstuhl fährt, bitte bis hinten durchrücken.

In Schlangen stehen, oder: das üben wir nochmal, gell?

Obwohl Deutsche eigentlich für Überkorrektheit und natürlich die legendären Handtücher auf Sonnenliegen bekannt sind, meinte eine britische Freundin mal zu mir, dass Schlange stehen nicht zu den größten Talenten der Teutonen gehört. Und auf Messen merkt man das ganz schnell. Da wird geschubst, gedrängelt, gemotzt und manchmal sogar dreist einfach irgendwo reingeschlichen. Auch das Unverständnis, warum „das denn alles so lange dauert“, ist ein guter Freund deutscher Schlangesteher. Dabei ist es egal, ob es um Kaffee, Pizza, Signierstunde oder Toilette geht.
Wenn ihr euch irgendwo anstellen müsst (Kaffee, Toilette) oder wollt (Signierstunde), bringt Geduld mit. Messen sind voll, ihr seid nicht die einzigen, die auf die Toilette müssen oder gar die einzigen, die ein Autogramm möchten, und Verlagsmitarbeiter annölen oder den Menschen vor einem bringt einen erstens nicht weiter, macht zweitens nur schlechte Stimmung und ist drittens schlecht für das Nervenkostüm.

Toiletten, oder: Boah, ist das ekelig.

Öffentliche Toiletten sind immer so eine Sache. Bahnhofsklos, Toiletten in Zügen und in Bars sind in der Regel nicht jedermanns Sache. Auf der Frankfurter Buchmesse allerdings konnte man die Putzfeen permanent im Einsatz sehen, und sie sind dennoch nicht hinterher gekommen. Liebe Menschen, die sich angesprochen fühlen: wie wäre es, wenn ihr nicht auf die Brillen pinkelt (oder diese wenigstens sauber macht), die Spülung zu betätigen ist eigentlich auch nicht sonderlich schwer, und Ladies & Transgentlemen (ich hätte nie gedacht, dass ich das mal extra betonen muss): benutzte Monatshygieneartikel gehören in den Mülleimer und nicht daneben. Ich dachte eigentlich, dass das alles zum guten Ton des Miteinanders gehört, aber man lernt nie aus. Achso, das gilt vermutlich auch für die (Trans-)Herren, allerdings habe ich auf euren Toiletten keine Feldstudie betrieben.
An dieser Stelle ziehe ich meinen Hut vor dem unermüdlichen Putzteams sämtlicher Messen und Conventions.
Für diejenigen, die sich auch ein bisschen vor den Toiletten ekeln, nehmt Desinfektionszeug mit. Nicht Sagrotan, sondern das gute aus der Apotheke. Ist etwas teurer, klebt aber nicht so und wird auch in Krankenhäusern benutzt!

Auf Verlage zustürzen, oder: Von Harpyien auf der Messe

Man hört es überall munkeln: Verlage überhäufen Bloggerinnen und Blogger mit Geschenken und Freiexemplaren, es gibt tütenweise neuen Lesestoff und nach der Messe gibt es Fotos, wer was wo bekommen hat. So weit, so schön. Dass manche Leute das zum Anlass nehmen, die Pressestände der Verlage zu überfallen und die dortigen Mitarbeiter so lange zu bedrängen, bis sie das ein oder andere Buch herausrücken, ist einfach peinlich.
Liebe Leute, muss das sein? Das ist nicht nur peinlich, im Fall von Buchbloggern auch sehr unprofessionell. Mal abgesehen davon werdet ihr mit der Zeit Kreuzschmerzen bekommen von den ganzen Büchern, die ihr dann mit euch schleppen müsst. Angenehmer, auch für die Verlagsmitarbeiter, ist es, die Visitenkarte oder Kontaktdaten zu hinterlassen und den Titel des Buches, das ihr gerne rezensieren möchtet. Und die anderen Blogger müssen sich nicht in Grund und Boden fremdschämen.

Kinder auf der Buchmesse, oder: ist das der richtige Ort für Minimenschen?

Ich weiß, heikles Thema.
Vorweg: ich mag Kinder, habe eine Engelsgeduld (bei der ich mich frage, wo sie sonst im Leben ist) und verzeihe eine ganze Menge. Ich weiß auch, dass sich Kinderbetreuung durchaus schwierig gestalten kann (um nicht zu sagen: eine Zumutung ist) und es manchmal nicht anders geht. Zudem freue ich mich natürlich, wenn die Minimenschen sich schon für Bücher begeistern und bin sehr dafür, das zu fördern.
Aber: fragt euch, ob eine Messe, vor allem ein ganzer Tag oder mehrere, wirklich das richtige für die Kleinen ist. Gerade wenn ich müde und quengelige Kinder sehe, die von einem Sachbuchstand zum nächsten geschleppt werden oder fragen, wann sie denn endlich nach Hause können, frage ich mich, ob es keine bessere Lösung gegeben hätte. Zudem ist eine Messe kein Spielplatz, und so sehr ich es respektiere, dass Kinder auch spielen wollen: durch die Gänge zu toben ist für niemanden spaßig außer für eure Kinder. Wenn die Kleinen irgendwann müde und gnatschig werden haben manche das Glück, in eine Karre klettern zu können (die Kinderwagen sind übrigens ähnlich sperrig wie Koffer, aber das nur nebenbei), manche nicht.
Ich habe in Frankfurt viele zauberhafte Momente gesehen, wenn Kinder ihre Buchhelden am Stand getroffen haben oder es Veranstaltungen gab, die genau für sie ausgelegt waren. Dennoch überwog das Bild von erschöpften Kindern, die offensichtlich keinen Spaß (mehr) hatten. Schreien, heulen, brüllen, weinen, quengeln – das gesamte Repertoire.
Deswegen: überlegt, ob die Buchmesse wirklich etwas für eure Steppkes ist oder ob ein Tag bei Oma und Opa, dem besten Freund oder einer Tante nicht sinnvoller wäre.

Es ist voll, laut und nicht immer entspannt. Überlegt euch: ist die Messe für die Kiddos sinnvoll? Es ist voll, laut und nicht immer entspannt.

Cosplayer, oder: Ey, bist du mir gerade auf meinen Schwanz gelatscht?

Dieser Punkt richtet sich an beide Gruppen, Cosplayer und Zivilisten.
Sowohl in Frankfurt als auch ganz besonders in Leipzig gehören Cosplayer zum Bild der Messe. Cosplayer sind Menschen, die sich in teilweise sehr aufwendigen Kostümen stylen wie ihre Lieblingscharaktere aus Film, Anime/Manga, Fernsehen oder auch Büchern. Manche dieser Cosplays können recht ausladend sein: Reifröcke, Flügel, größere Waffen (keine Sorge, die sind nicht gefährlich) und andere Accessoires können zwischenzeitlich viel Platz wegnehmen.
Ein Wort an die Cosplayer: Ihr wisst selbst am besten, wieviel Platz euer Kostüm wegnimmt. Achtet deswegen bitte darauf, dass ich ihr nicht über längere Zeit den Zugang zu Ständen, Toiletten (damit meine ich nicht anstehen) oder allgemein die Gänge blockiert. Gerade bei ausladenden Kostümen mit Flügeln achtet auch darauf, dass ihr sie nicht jemand anderem durchs Gesicht zieht, denn auf den Buchmessen ist es nun mal voll, und man kann euch nicht immer ausweichen. Und keiner läuft absichtlich in euch rein, um euer Cosplay kaputt zu machen. Wenn ihr mich aber anpöbelt, wenn ihr mir euer Kostüm ins Gesicht brettert, ich solle gefälligst aufpassen – ja, dann kann ich sehr garstig werden und trete wirklich mit voller Absicht auf eure Schleppe. Ich arbeite selbst regelmäßig auf größeren Conventions und kenne viele Cosplyer. Ich weiß, wieviel Liebe und Arbeit in den Kostümen steckt. Aber nur weil ihr im Kostüm und von mir aus auch “in character” seid heißt es nicht, dass ihr euch benehmen könnt wie die Arschkrampen vom Dienst. Deswegen: auch ihr müsst leider darauf achten, mit euren Kostümen anderen Besuchern nicht das Leben schwer zu machen.
Ein Wort an die Zivilisten: Ihr könnt mit Cosplay nichts anfangen? Ihr findet Karneval schon schrecklich und könnt nicht verstehen, warum erwachsene Menschen sich in Comicfiguren verwandeln? FREIWILLIG?? Müsst ihr auch nicht. Ich verstehe auch nicht, wie man jedes Wochenende an seinem Auto schrauben kann. Dennoch fange ich nicht an, solche Menschen zu beschimpfen, und euer Unverständnis erlaubt euch nicht, Cosplayer mit Beleidigungen zu bedenken, wie kreativ die auch sein mögen. In den Kostümen stecken viel Zeit, Geld und vor allem sehr, sehr viel Herzblut! Natürlich ist eine Eternal Sailor Moon (Sailor Moon mit Flügeln) etwas sperriger als Daenerys aus Game of Thrones. Aber darauf kann man achten, und ja, manchmal muss man einfach etwas Geduld mitbringen (ich habe einem geflügelten Charakter mal durch eine Toilettentür geholfen – es gab ewige Dankbarkeit und die Flügel blieben heil). Auf der anderen Seite lassen die Cosplayer auch gerne Fotos von sich machen, und wenn ihr Kinder (vielleicht sogar eure eigenen) seht, die auf einmal ihre liebste Disneyprinzessin live und Lebensgröße sehen oder ihren Comichelden umarmen dürfen und die dann über beide Ohren strahlen…
Mal ehrlich, die Cosplayer sind eine Bereicherung für die Messen. Sie ergänzen beide Buchmessen um einen sehr bunten und kreativen Teil, den zumindest ich nicht missen möchte. Und so wie sie sich an Regeln des Anstands und der Rücksicht halten sollten, sollten das die “Zivilisten” auch.
Ein letztes Wort noch: Wenn ihr Fotos von oder mit Cosplayern machen wollt, fragt vorher. Niemand wird gerne ungefragt fotografiert (und es ist rechtlich auch nicht einwandfrei, Stichwort Recht am eigenen Bild), und bei Cosplayern ist das nicht anders. Gerade bei freizügigen Kostümen sollte gefragt werden. Und weil ich das von zu vielen Freundinnen mitkriege und es anscheinend immer noch nicht bei allen angekommen ist: GRABSCHEN VERBOTEN! Auch wenn es Leia im Sklavenbikini ist, das ist keine Einladung zur (sexuellen) Belästigung. Bekomme ich sowas mit, habe ich keine kurze Lunte, sondern eine nichtexistente.

Der Umgangston, oder: Ey du da, bisschen freundlicher, sonst komm ich rüber und zeig dir wo der Frosch die Locken hat!

Im Grunde hilft eins auf der Messe am besten Weiter: ein netter Umgangston. Ihr seid nicht die einzigen, die aufgeregt sind, etwas gehetzt von einem Termin zum anderen jagen oder sich über die Menschenmassen aufregen.
Hier ist ein Gang verstopft, weil Markus Heitz, Sebastian Fitzek und der Papst nebeneinander Bücher signieren? Ist ungeil, aber kein Grund loszupöbeln. Und das sage ich mit meinem losen Mundwerk. Auch bei Schlangen, vor allem bei den Toiletten hilft im Grunde nur Geduld, und wenn es ganz, ganz dringend ist, nachfragen ob man vielleicht vor darf.
Wenn ihr jemanden umrennt – was passieren kann, ich Dösbaddel spreche da aus Erfahrung – nicht einfach weiterlaufen als sei nichts gewesen, sich kurz zu entschuldigen sollte drin sein. Mir war danach niemand böse, und ich keinem anderen. Es ist halt Messe. Wenn ich aber wieder von einem „Ich mach was mit Medien“-Typen umgerannt werde, der mich dann noch böse anguckt, ärgere ich mich einfach.
Deswegen, ERSTENS: Höflichkeit, Rücksicht/Umsicht und eure gute Erziehung bloß nicht zu Hause vergessen, sie hilft definitiv weiter – und oft genug auch, eine Situation zu entschärfen.
ZWEITENS: Das heißt aber nicht, dass ihr jesus like auch die andere Wange hinhalten müsst, wenn euch ein Kinderwagen über den Fuß fährt, ihr dumm von der Seite angemacht werdet oder euch jemand auf der Toilette hetzt. Manchmal hilft ein kräftiges „Chill mal deine Basis, Digga“ (oder ähnliches), um den anderen wieder zu erden.

In diesem Sinne: Achtet ein bisschen auf eure Umgebung und die anderen Menschen, macht euch nicht klein, habt eine super Zeit auf der Leipziger Buchmesse, und nehmt ganz viele tolle Eindrücke mit nach Hause. Und Bücher, um Himmels Willen, vergesst auf keinen Fall die Bücher!

Belles Survival Kit

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Philips Tips&Tricks

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0 thoughts on “[Federlesen] Messeknigge oder: Wie verhalte ich mich nicht wie ein Arschloch

  1. Super Beitrag! Gefällt mir richtig gut und du hast genau die Punkte angeschrieben, die mir auch immer auffallen, wo ich mir denke, dass das eigentlich normal sein sollte und man da nicht erst drauf aufmerksam machen muss. :/

    Freue mich sehr auf die Messe!

    1. Danke. Auf der FBM habe ich mich öfter gefragt, ob die Menschen die Einschläge nicht gehört haben, und offenbar ist so eine Erinnerung nötig -.- Vor ALLEM die Toiletten. Da haben sich meine 14jährigen Jugendlichen früher besser benommen…

      Freu mich schon auf dich 😉

  2. Genialer Beitrag! Den werde ich für die Frankfurter Buchmesse bestimmt gut gebrauchen 🙂 Umso näher die LBM rückt, umso blöder finde ich es nicht hingehen zu können 🙁 Ich wünsche dir und allen weiteren Buchmesse-Besuchern viel Spass und hoffentlich wird es nicht azu stressig 😀

  3. Eigentlich sehr schade, dass man das alles auflisten muss, denn es sollten eigentlich Selbstverständlichkeiten sein. Ich weiß leider, dass es keine Selbstverständlichkeiten sind. Von daher -> super Beitrag!
    LG
    Yvonne

    1. Ich war auch sehr überrascht letztes Jahr. Jeder war sich selbst der Nächste…aber manchmal reicht so eine Erinnerung, die meisten wissen ja, wie es geht, manchmal gehts nur mit einem durch…

  4. OMG – ich bin Frischfleisch da erst einmal Messie gewesen? Dabei bin ich aus dem Alter eigentlich raus.
    Also das mit dem frisch 😉
    Jedenfalls – KnallerBeitrag, danke dafür, habe mich köstlich amüsiert und so manche Szenerie aus Frankfurt noch gut vor Augen.
    Wobei – wenn ich so recht überlege – sollte das generell überall gelten, das gute Benehmen.
    Liebe Grüße
    Kasin

  5. Huhu Mareike,
    was soll ich da noch sagen? Ähm, schreiben? Genau soooooo isset 🙂
    Und “Chill mal deine Basis, Digga” werde ich definitiv in meinen Wortschatz aufnehmen *rofl*
    LieGrü von Hamburgerin zu Hamburgerin
    Elena

  6. Auch hier nochmal: Danke für den tollen Beitrag, ich hoffe, er wird von möglichst vielen gelesen.
    Wünsche dir einen guten Start in die neue Woche 😉
    LG
    Thomas

  7. Hallo 🙂
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    Kate Nowaczek
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