[Projekt] Wenig Geld, gesunde Ernährung. Woche 1

Die erste Woche, in der ihr mir in den Einkaufswagen gucken dürft ist rum. Wer bei den Bildern der Einkäufe genau hinguckt wird erkennen, dass ich diese Woche nicht im Discounter gekauft habe. Ich war diese Woche so viel unterwegs, ich habe es kaum zum Einkaufen oder Kochen geschafft. War aber nicht dramatisch, ich bin auch so ganz gut klar gekommen. Insgesamt habe ich 29,37€ ausgegeben, und da war gut was an Obst dabei.

Von Anfang an

Sonntags gucke ich immer, ob ein Supermarkt meine Sojamilch im Angebot hat und bekomme so auch direkt gleich mit, was es sonst noch so gibt. Große Packung Blaubeeren für bei Edeka, Zuckerschoten und Ingwer bei Rewe…klang alles gut.
Montag ging es erstmal zu Rewe, da ich auch Backzutaten brauchte und Aldi nach Ende meiner Schicht schon geschlossen hatte. Dort habe ich erstanden

  • Puderzucker
  • Weißen Zucker
  • Weizenmehl
  • Deli (eignet sich mit am besten für vegane Buttercream)
  • Zuckerschoten
  • Ingwer
  • Perlgraupen
  • Weichweizengrieß
  • Eier (von freilaufenden Hühnern)
  • TK-Rahmspinat

Wer jetzt sagt, weißer Zucker ist voll nicht gesund: Ja, stimmt. Ist brauner Zucker und Rohrohrzucker übrigens auch nicht. Da ich es beim Backen bisher nicht raus habe, Zucker zu ersetzen (Süße geht, Volumen fehlt), werde ich weiter so backen. Frei nach dem Motto “Gebäck muss nicht gesund sein”.
Der Einkauf kostete 9,94€, das teuerste waren die Eier und die Zuckerschoten.

Der zweite Einkauf führte zu Edeka. Mein Lieblingsbrot (Vollkorn mit Chia und Sandwich mit Chia) war alle und ich wollte neues. Dummerweise waren beide Sorten ausverkauft und ich geringfügig genervt. Es musste Ersatz her

  • “Körner Balance” Brot
  • Bananen
  • Mango
  • Avocado
  • Eisbergsalat
  • 300g Blaubeeren
  • Nudeln
  • Instantkaffee
  • Traubensaft
  • Apfelsaft
  • Himbeer-Maracuja-Saft
  • Nudeln
  • Schokolade


Der Einkauf kostete 16,43€, das teuerste waren der Instant-Kaffee, die Blaubeeren und das Brot. Und eine Avocado die ich bezahlt aber nicht bekommen habe. Merke: Kassenbon kontrollieren.

Ich unterscheide Brot in drei Kategorien: nicht gesund, semi gesund, gesund. Nicht gesund sind alle Weißbrote und Toast. Semi gesund ist sowas wie das Körner Balance, das laut Zutatenliste auch aus Weizenmehl besteht und Invertzuckersirup beinhaltet, aber auch Vollkornmehl, Leinsamen und andere Körner. Gesund sind Vollkornbrote ohne Zuckerzusätze. Bei Aldi ist das zum Beispiel ein riesiges Problem, weil da in nahezu allen Brotsorten Zuckersirup drin ist, um das Brot braun zu färben. Das finde ich schade, weil ich Vollkornbrot gerne mag, aber inzwischen immer mehr Sorten mit Zucker auftauchen. Ich will mich demnächst mal in Bäckereien erkundigen, wie es dort aussieht. Da ich vergleichsweise wenig Brot esse könnte ich mal anfangen, da etwas mehr auszugeben und dafür qualitativ hochwertiges Brot zu kaufen.

Ein anderer Punkt sind meine Nudeln. So sehr ich auf Vollkornbrot stehe, so sehr hasse ich Vollkornnudeln. Sie schmecken mir einfach nicht, und nein, ich werde nicht noch die neuen Nudeln von Marke XYZ. Wie auch Rosenkohl und Auberginen habe ich es oft genug probiert um zu wissen: nope, nichts für mich.

Was ist mit dem restlichen Budget?

Ich habe mir ein Buch für 9, 97€ gekauft. Von den 50€ sind also noch 13,66€ übrig, die jetzt in den Ernährungs-Spartopf wandern. Davon kann ich dann in Wochen, wo es Sojamilch im Angebot gibt, das normale Wochenbudget entlasten, oder mal bei meinem Lieblingsburritoladen essen gehen.

Günstig Einkaufen: Sonderangebote raussuchen

Klar weiß man, dass Lebensmittel bei Aldi in der Regel günstiger sind. Es lohnt sich trotzdem, auch die Angebote der normalen Supermärkte zu checken. Man muss gar nicht die Prospekte mitnehmen (ist nur Altpapier), sondern kann ganz bequem auf dem Rechner oder Handy die Angebote für den Supermarkt raussuchen. In die eine Richtung habe ich Aldi und einen veganen Supermarkt, in die andere Richtung Rewe und Edeka, wenn ich ein Stück weitergehe einen Biosupermarkt und Penny, und alle haben Webseiten mit den Angeboten.
Klar könnte ich jetzt noch die Angebote von Netto, Real und Kaufland prüfen, ich muss aber auch gucken, was für mich realistisch machbar ist. Ich habe kein Auto, Großeinkäufe auf längere Strecken sind also nicht machbar.1
Und warum sollte man die Angebote checken? Weil auch die “normalen” Supermärkte durchaus Angebote haben, die unter Aldi-Preisen liegen. Aktuell kosten z.B. Avocados bei Edeka nur 0.99€, bei Aldi sind es 1,30-1,40 pro Stück. Ebenfalls bei Edeka gab es diese Woche Markensäfte für 0.99€, und bei so wilden Mischungen wie Himbeer-Maracuja-Apfel ist der Preis einfach unschlagbar.

Bio, unverpackt, regional, saisonal – worauf achtest du?

Fangen wir bei Bio an. Manche Produkte kenne ich nicht in un-bio, wie z.B. Chia und Quinoa. Ich kaufe bei Aldi aber auch gerne mal Bio-Kartoffeln oder Bio-Champignons, weil die Menge für mich als Single-Haushalt besser zu verbrauchen ist als die große Packung, die auf’s Kilo gerechnet zwar günstiger ist, aber für mich einfach schwierig bis unmöglich zu verzehren ist.
Was bei Bio-Produkten oft ein Nachteil ist sind die Verpackungen. Ich verstehe immer noch nicht ganz, warum man Bio-Obst und Gemüse größtenteils in Plastik einschweißt, denn damit geht der ökologische Vorteil sofort den Bach runter, aber gut.

Verpackungen sind meiner Meinung nach eins der größten Probleme im Einzelhandel. Während Plastiktüten inzwischen extra Geld kosten und der Verbrauch deutlich zurückgegangen ist, sind Lebensmittel immer noch in Tonnen von Plastik verpackt – und selbst wenn es nicht verpackt ist, werden Plastiktüten dafür angeboten. Hinzu kommt, dass unverpackte Lebensmittel meistens teurer sind als das günstigste Angebot. Besonders auffällig ist das bei Tomaten und Paprika. Trotzdem lohnt sich gerade bei Obst und Gemüse, sich den Kilopreis anzugucken. So habe ich mal festgestellt, dass die losen braunen Champignons bei Rewe günstiger sind als die bereits abgepackten. Und auch wenn ich nicht immer darauf Rücksicht nehmen kann, versuche ich es zumindest. Wenn ich unverpacktes konventionelles Obst und Gemüse kaufe, dann verzichte ich auch auf die Tüten. A propos Tüten: ich habe immer einen Stoffbeutel dabei, falls ich spontan doch mal einkaufen gehe. Die einzigen Plastiktüten, die ich noch habe, sind die für den Mülleimer.

Regional und saisonal einkaufen wäre toll – klappt aber leider auch nicht immer. Ich weiß, dass Äpfel im Winter ökologisch schon nicht mehr Bombe sind, und im Frühjahr eine ökologische Katastrophe, weil die Lagerung so energieaufwendig ist. Ich muss auch gestehen, dass ich selten aktiv darauf achte, ob Produkte regional sind, daher bin ich immer dankbar für entsprechende Schilder im Supermarkt. Was mich allerdings auch oft ärgert: “regional” lassen sich die Supermärkte gerne extra bezahlen. Klar, dass man dann bei kleinem Budget eher zu den günstigeren Alternativen aus Übersee oder Südeuropa greift.
Saisonal wollte ich dieses Jahr endlich angehen und suche noch einen geeignete Saisonkalender. Wer da gute Tipps hat: her damit!

Genug geredet, was hast du jetzt die Woche gegessen?

Ich glaube, tatsächlich habe ich gar nicht so super gesund gegessen, nicht unbedingt von den Lebensmitteln her sondern von der Menge. Ich war so unter Strom, dass ich nur an zwei oder drei Tagen eine warme Mahlzeit hatte.
Dienstag: zum Frühstück Müsli mit Bananenmilch (selbst gemixt, nicht gekauft), nachmittags einen kleinen Salat, danach hatte ich einfach keinen Hunger mehr.
Mittwoch: Chia-Sandwich mit Avocado und Spiegelei, zwei Toast mit Honig, abends einen kleinen Salat – und wieder keinen Hunger mehr.
Donnerstag: zum Frühstück ordentlich viel Obst mit Bananenjoghurt (wieder selbst gemixt), Chia, Walnüssen und Honig, zwischendurch zwei Sandwiches mit Ei, Tomate und Salat. Abends habe ich nach der Arbeit noch gekocht, es gab Nudelpfanne mit viel grünem Gemüse und selbstgemachten süßsaurem Dressing.

Schüssel mit Chiajoghurt, Walnüssen, Honig
Diese Schüssel kostet grob überschlagen ca.3€ (ganze Mango, Blaubeeren, Walnüsse, Chia, Joghurt, Banane, Honig). Hält aber auch lange vor!
Nudel-Gemüse-Pfanne mit süßsaurem Dressing, hochgerechnet ca. 1,70 für 2 Portionen

Freitag: zum Frühstück ein Sandwich wie am Vortag, mittags, weil es schnell gehen musste, Nudeln mit Spinat, abends war ich auf einer Geburtstagsparty eingeladen, bei der es Suppe mit Brot gab.

Was so zu einem Sandwich gehört. Nicht im Bild: Margarine.

Samstag: Brot mit Avocado und Ei als spätes Frühstück, nach der Arbeit Nudelpfanne mit Tofu, Zuckerschoten und Sojacuisine.

Wie man sieht, war nicht wirklich viel gekochtes dabei, und Eier und Nudeln machten diese Woche einen Großteil meines Ernährungsplanes aus. Das ist nicht gerade optimal, aber einfach dem Stress der vergangenen Woche geschuldet. Gerade da ist es wichtig darauf zu achten, täglich wenigstens etwas frisches Obst und Gemüse zu sich zu nehmen, und das hat ja ganz gut geklappt.
Vorsätze für nächste Woche: diverser kochen, alles unvegane verbrauchen, noch mehr Obst und Gemüse, und mehr kochen bzw. Essen vorbereiten.

Was habt ihr die Woche gegessen? Fehlen euch Informationen im Artikel? Lasst mir einen Kommentar da!


1. Deswegen finde ich es auch sehr grenzwertig, wenn arbeitslosen Menschen bzw. Hartz-IV-Empfängern gesagt wird, sie hätten ja die Zeit, jeden Supermarkt nach den Angeboten abzuklappern. Aufwand und Nutzen sollten sich die Waage halten.

8 Kommentare zu „[Projekt] Wenig Geld, gesunde Ernährung. Woche 1“

  1. Ein toller Beitrag! Ich finde auch sehr spannend, wie gut du Wissen wie z.B. das Brot bei Discountern einbringst – und dass du darauf achtest, kein Weltbild von „Menschen mit Hartz-IV-Satz können das also genauso gut schaffen“ zu vertreten.

    1. Hallo Anna!
      Naja, Wissen…nennen wir es mal Erfahrungswerte 😉
      Und ja, ich versuche darauf zu achten, kein Anti-Hartz-IV-Weltbild zu vermitteln. Es ist nie einfach mit wenig Geld, egal in welcher Lebenssituation man ist, und jeder geht anders damit um. Dazu kommt, dass nicht jeder gleich gut mit Geld und Lebensmitteln umgehen kann, da alle über einen Kamm zu scheren ist auch nicht gerade fair.

      Cheerio,
      Mareike

  2. Hey Mareike,

    ich folge deinem Projekt / deiner Beitragsreihe sehr interessiert, da ich mich seit einiger Zeit damit beschäftige, weniger Müll zu produzieren. Wenn man allerdings gleichzeitig aufs Geld achten möchte, wird das schnell zu einer Unmöglichkeit … Dazu passt auch deine Beobachtung (die ich auch selbst gemacht habe), dass Verpacktes teilweise günstiger ist wie bei der Paprika. Und dass man Obst oder Gemüse einpackt, obwohl das absolut nicht nötig wäre :/
    Ich bin gespannt auf weitere Beiträge 😉

    Liebe Grüße

    Jasmin

    1. Hallo Jasmin,

      gerade heute habe ich es wieder gesehen: Bio-Tomaten im Angebot, aber in Plastik verpackt. Die Konventionellen kosten genauso viel, und sind unverpackt. Wonach soll man da gehen? Bio? Oder weniger Verpackung? (Ich habe die Entscheidung vertagt…)

      Cheerio,
      Mareike

      1. Ja, das nervt, es gibt immer überall einen Haken. Aber bei mir im Nachbarstädtchen hat jetzt ein „Unverpackt“-Laden aufgemacht und den finde ich toll. Da kann man einfach hingehen und sich selbst so viel abpacken, wie man möchte, z.B. Reis, Nudeln, Müslizutaten etc. etc.
        Das Angebot an Bio-Gemüse und Obst ist bisher noch klein (und mir persönlich etwas zu teuer), aber es wird sicher noch ausgebaut 🙂 Im Moment warte ich noch darauf, dass es dort Popcorn-Mais gibt, der hat wohl gerade Lieferschwierigkeiten 😀

        Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Tomatenwahl 😉

        Jasmin

  3. Hi Mareike,

    ich finde deinen Beitrag sehr interessant 🙂 Machst du dir denn immer Pläne, was du essen willst, oder gehst du spontan einkaufen? Beziehungsweise, planst du Essen auch nach Angeboten?
    Mein Freund und ich achten auch immer mehr darauf, wo ein Produkt herkommt und wie viel es kostet. Wir haben auch festgestellt, dass es eigentlich agr nicht so schwer ist, saisonal+regional+gesund zu leben. Gerade was Kohl angeht, ist der ja im Winter immer ziemlich günstig. Und wenn du regional willst (und natürlich Zeit dafür hast), sind Wochenmärkte immer eine gute Anlaufstelle 🙂 Und im Winter ist Feldsalat natürlich klasse, weil der auch bei kalten Temperaturen in Deutschland ziemlich gut gedeiht. Falls du dir in Sachen Saisonalität nicht sicher sein solltest, gibt es dazu vom NABU eine ganz gute Liste.
    Und je nachdem, was du backen willst, kannst du Zucker auch durch süßes Obst ersetzen, Bananen eignen sich hervorragend, weil sie sowohl süß sind, als auch den Teig zusammenhalten (praktisch Zucker und Eier in einem).
    Ich hoffe, ich habe dir jetzt nicht alles mögliche erzählt, was du sowieso schon weißt…

    Liebe Grüße,
    Katja 🙂

    1. Ahoi Katja!

      Hmm, ich denke, ich mache einen Mix aus beidem. Ich gucke, was ich noch zu Hause habe und was weg muss, aber auch nach Angeboten. Diese Woche gibt es z.B. Blumenkohl im Angebot, also wird es diese Woche Kartoffeln mit Blumenkohl und Soße geben 😀 Manche Sachen kaufe ich im Angebot auch auf Vorrat, wie z.B. Sojamilch oder meinen Lieblingsspinat (Würzspinat von Iglo).
      Wochenmärkte finde ich immer wundervoll, so viele bunte Stände – aber zumindest in Hamburg sind die merklich teurer als Supermärkte. Und wie gesagt, ich kaufe Obst und Gemüse ja vor allem im Angebot/bei Aldi. Allerdings will ich bei saisonalen Sachen nochmal gucken, wie da die Preisunterschiede sind.

      Der Tipp mit dem NABU ist super, da gucke ich direkt mal nach! Es wäre ja schon mal ein Anfang, nicht mehr ALLES außerhalb der Saison zu kaufen.

      Bananen sind mir beim Backen auf Dauer zu geschmacksintensiv :/ Ich hab das schon ab und an probiert. Das geht mal, aber auf Dauer…

      Und hey, selbst wenn ich schon einiges wusste/getestet habe, die Kommentare werden ja auch von anderen gelesen, und von diesen Menschen freut sich vielleicht jemand bestimmt auch über die Tipps!

      Cheerio,
      Mareike

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