[Rezension] Benjamin Renner – Der große böse Fuchs

Titel: Der große böse Fuchs | Illustrator, Autor: Benjamin Renner | Verlag: avant

Worum geht’s?

Der Fuchs hat ein Problem. Er hat immer Hunger, wird aber immer erwischt, wenn er versucht, ein Huhn auf dem Bauernhof zu mopsen. Wachhund und Hühner geben ihm aus Mitleid immer ein paar Rüben mit, aber was ist man denn für ein Fuchs, wenn man keine Hühner erbeuten kann?
Zusammen mit dem Wolf heckt er einen Plan aus: wenn man keine Hühner bekommt, dann eben ein paar Eier, um sich Hühner selbst heranzuziehen. Der Eierklau klappt auch, der Fuchs wird zum Ausbrüten verdonnert, und schon bald hüpfen drei Küken durch den Fuchsbau.
Der Wolf will sie möglichst bald fressen, aber dummerweise findet der Fuchs diesen Plan schon bald gar nicht mehr so toll. Und dann sind da noch die Hühner auf dem Bauernhof, die Rache planen.

Wie war’s?

Der große böse Fuchs ist oberflächlich eine witzige Geschichte über einen Fuchs, der gerne böse sein will, aber eigentlich ganz okay ist. Der Wachhund des Bauernhofs jagt ihn schon gar nicht mehr, sondern guckt ihn nur noch mit hochgezogener Augenbraue an, wenn der Fuchs auftaucht, und drückt ihm wortlos die Rüben in die Hand.
Wenn man genauer hinschaut, ist der große böse Fuchs aber eine Hommage an alle Familien, die nicht über Blut miteinander verwandt sind. Der Fuchs brütet die Küken aus – und die denken natürlich prompt, dass der Fuchs ihre Mama ist und sie Füchse sind. Der Alltag mit drei kleinen Plagegeistern ist anstrengend, aber auch die zauberhaften Momente finden Platz. Da ist es auch klar, dass es dem Fuchs immer schwerer fällt, am ursprünglichen Plan, die Küken zu fressen, festzuhalten.
Und natürlich will man wissen, ob der böse Wolf die Küken bekommt, oder ob der Fuchs eine Lösung findet, ohne von den Hühnern gelyncht zu werden.
Der große böse Fuchs ist eine wundervolle Geschichte darüber, dass sich Familie nicht über Blut definiert, darüber, das Richtige zu tun, auch wenn es für einen selbst Schmerz bedeutet, und dass man nicht unbedingt in die Schublade passen muss, die von der Gesellschaft vorgesehen ist. Die Graphic Novel war eins meiner Highlights 2018, und ich kann sie nur wärmstens empfehlen.

5 Kommentare zu „[Rezension] Benjamin Renner – Der große böse Fuchs“

  1. Das klingt so cute! Ich habe viel zu spät (wieder) damit angefangen, mir für Kinder gebrandete Literatur zu kaufen, gerade mit Bildern, aber es kann so wholesome und wunderbar sein!
    Das hier klingt auch nach einem Plan!

    Viele Grüße 🙂

    1. Es ist einfach so toll. Ich kann es wirklich nur empfehlen, gerade auch für Eltern mit Kindern (Eher so ab 5 oder 6, denke ich), die eben in einer wie auch immer gearteten Patchworkfamilie leben.

  2. Hach Mensch. Ich als Fuchs-Fan bin sofort angefixt, auch wenn mich das Design des Fuchses jetzt auf den ersten Blick nicht soooo sehr anspricht. Aber die Geschichte klingt schon echt knuffig.Danke fürs teilen

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