[Rezension] Arne Jysch – Der nasse Fisch

Werbung.
Danke für das Rezensionsexemplar
Titel: Der Nasse Fisch | Zeichner: Arne Jysch | Romanvorlage: Volker Kutscher | Verlag: Carlsen

Worum geht’s?

Berlin 1929. Gereon Rath ist von nach einem Skandal von der Kripo Köln zur Kripo Berlin gewechselt. Er fängt zunächst bei der Sitte an, arbeitet sich aber schnell zur legendären Mordkommission vor. Ein Toter im Landwehrkanal ist der Start zu einer Reihe weiterer Toter, untergetauchter Menschen und vor allem jeder Menge Korruption, Waffenhandel und nicht zuletzt Politik. Denn auf den Straßen bekämpfen sich die Anhänger der verschiedenen politischen Strömungen, und nur in ihrem Hass auf die Polizei sind sie sich einig. Gereon gerät immer tiefer in diesen Strudel, und gerät nicht zuletzt selbst in die Schusslinie.

Wie war’s?

Überraschenderweise war die Graphic Novel unglaublich spannend. Ich war anfangs skeptisch, ob ein Krimi wirklich als Graphic Novel funktioniert, und befürchtete, dass die Spannung unter den Bildern leiden könnte. Weit gefehlt. Ich wollte sie kaum aus der Hand legen, der Spannungsbogen bricht nie ein. Verschiedene Ermittlungen werden gekonnt mit den gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten der damaligen Zeit vermengt, sodass sich ein faszinierendes Gesamtbild entsteht.
Mit Gereon selbst bin ich nicht sonderlich warm geworden. Vielleicht liegt es daran, dass er einigermaßen schw**zgesteuert ist und da nicht weiter denkt als vom Kleister bis zu Tapete, zum anderen wirkt er schlichtweg opportunistisch und recht egoistisch. Doch so wie ein sympathischer Ermittler keinen guten Krimi macht, ist ein unsympathischer Ermittler nicht der Untergang.
Die Geschichte selbst und wie sie erzählt wurde, war spannend. Es gibt nur die Perspektive von Gereon, und man tappt die ganze Zeit mit ihm im Dunkeln. Manchmal ist es etwas frustrierend, weil man manche Details erst viel Später einordnen kann. Trotzdem hat es Spaß gemacht, zu rätseln, wie die einzelnen Aspekte zusammenhängen und wie das Gesamtbild aussehen wird.
Jysch setzt die Romanvorlage gekonnt mit Tuschezeichnungen um, die die jeweiligen Stimmungen einfangen.
Neben der Umsetzung als Graphic Novel gibt es auch eine App, die aber leider nur für Apple-Geräte zur Verfügung steht, sowie die TV-Serie Babylon Berlin, von der bereits zwei Staffeln erschienen sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.