[Rezension] Abgebrochene Bücher Januar – März 2019

So many books,
So little time.

Das ist die traurige Gewissheiten jedes buchliebenden Menschen. Es gibt so viele spannende, interessante, lustige, lesenswerte Bücher, und jedes Jahr kommen weitere hinzu. Dem entegegen steht die begrenzte Lebenszeit. Wann soll man die Bücher alle lesen? Ich habe schon immer Bücher abgebrochen, die ich langweilig oder anderweitig schlecht fand. Wenn ich schon so wenig Zeit für alle die Buchschätze habe, wieso sollte ich meine wertvolle Lebenszeit mit schlechten Büchern verschwenden?
Im ersten Quartal 2019 habe ich fünf Bücher abgebrochen. Welche das sind? Lest einfach weiter.

Robert Dinsdale – The Toymakers

Ich wollte dieses Buch unbedingt haben, wurde es doch angepriesen mit den Worten “Für Fans von The Nightcircus von Erin Morgenstern”. Es ist eins meiner Lieblingsbücher, und The Toymakers klang vom Klappentext her so, als könnte ich erneut diesen besonderen Zauber späten, der vom Nachtzirkus ausging.
Naja, was soll ich sagen, nach vllt 100 Seiten hörte ich auf. Die Story packte mich nicht, das sich anbahnende Dreiecksdrama ging mir schon nach zwei Seiten auf die Naht, und auch wenn Anna von Ink of Books das Buch in den höchsten Tönen lobt und ich oft auf ihr Urteil vertraue: ich hatte keine Lust mehr.

Empfehlung: The Nightcircus von Erin Morgenstern. Das ist ein wirklich zauberhaftes Buch.

Anna Larsson – Unersättlich

Der Klappentext klang vielversprechend. Menschen wurden unter eine spezielle Droge gesetzt, und fingen daraufhin an, ihre liebsten zu essen. Mal wurde direkt am Knochen geknabbert, mal landet auch ein Fuß im Eintopf. Eigentlich genau meins, ein schön blutiger Thriller.
Aber ALTER, war das ein Rotz! Die Hauptermittlerin hat kleine Zwillinge und ist alleinerziehend. Dennoch macht sie unangemeldete Alleingänge, freundet sich undercover mit der Freundin eines der Hauptverdächtigen und zufälligerweise auch noch recht gefährlichen Gangsterboss an, um an eben jenen Freund ranzukommen. Von zwei Kollegen gemobbt, aber die ansonsten toughe Vorgesetzte kann da nichts machen? Die ganze Ermittlungsweise klang zudem für mich an den Haaren herbeigezogen. Auch hier brach ich ab, auf welcher Seite weiß ich nicht mehr.

Empfehlung: Der Kruzifixkiller – Chris Carter. Wer blutige Thriller mag, ist bei Chris Carters Reihe gut aufgehoben.

Heinz Strunk – Der Goldene Handschuh

Ich weiß nicht mal, ob ich es hier bis Seite 30 geschafft habe. Aber von Anfang an.
Als die Ankündigung von “Der Goldene Handschuh” kam, war ich neugierig. Ein Film über einen hamburger Serienmörder, der zudem noch auf einem Buch basiert? Ich musste das Buch haben, ist ja klar, ne? Nicht mal Heinz Strunk, mit dem ich in etwa so viel anfangen kann wie mit gammligen Brot, konnte mich davon abhalten.
Ich hätte auf mein Bauchgefühl hören sollen. Die ersten Seiten waren schon so zermürbend langweilig und dröge, ich habe das Buch direkt auf der Arbeit verschenkt. Muss man nicht lesen, und wenn ich mir so manche Aussagen zum Film angucke, muss man den auch nicht sehen.

Empfehlung: Cay Rademacher – Der Trümmermörder. Wenn schon Serienmörder in Hamburg, dann dieser hier.

Niklas Natt och Dag – 1793

Zerstückelte Leiche und gewitzte Ermittler. Count me in.
Dummerweise kam der Thriller so gar nicht in Gang und verlor sich…ja, worin eigentlich? In nichtssagenden Belanglosigkeiten.

Empfehlung: Ellis Peters – Bruder Cadfael Reihe. Ein Ex-Kreuzritter und Mönch ermittelt im Mittelalter und macht erste Schritte in der Gerichtsmedizin.

Candy Bukowski – Eine neutrale Tüte bitte. Menschen im Sexshop

Der Titel hatte mich sofort, und als ich auf den ersten Seiten las, dass es um die Boutique Bizarre ging, meinen liebsten Sexshop auf dem Kiez, war klar, ich muss das lesen. Anfangs war es auch noch recht amüsant, aber irgendwann fiel Bukowski von einem Klischee ins nächste, bediente Stereotypen ohne neue zu kreieren… Zudem ging mir ihre Selbstbeweihräucherung als so tolle Sexshopmitarbeiterin und ihrer Kollegen bald auf die Nerven. Ich hab’s verstanden, ihr seid die Größten und könnt mit allem umgehen. Da zudem die Kommasetzung an manchen stellen recht kreativ war, brach ich nach ca. der Hälfte ab.

Empfehlung: hier muss ich passen, da ich kein vergleichbares Buch kenne. Sorry.


Das war’s von meiner Seite.
Brecht ihr Bücher ab? An welcher Stelle? Und welches habt ihr zuletzt abgebrochen? Oder quält ihr euch bis zum Ende durch?

4 Kommentare zu „[Rezension] Abgebrochene Bücher Januar – März 2019“

  1. Hallo,

    dann sollte ich „The Toymakers“ wohl nicht lesen – ich habe den Nachtzirkus auch sehr geliebt, aber alleine beim Wort „Dreiecksdrama“ schrillen bei mir schon die Alarmglocken.

    Ich mache Anfang Mai bei einer Leserunde zu „1793“ bei WhatchaReadin mit… Da bin ich ja mal gespannt, was ich davon halten werde!

    LG,
    Mikka

  2. Bei mir war’s „DARK Fall“ von Mark Griffin. Fing zwar spannend an, aber nach 50 Seiten kristallisierte sich raus, wer der Täter ist und warum. Columbo hatte ich auch nur wegen dem Hund gemocht, also war ich raus.

  3. „The Toymakers“ (mir fällt gerade der deutsche Titel nicht ein) habe ich vor Weihnachten angefangen, also eher reingelesen, und bin seither nicht mehr dazu gekommen. Also abgebrochen hab ich es noch nicht. 🙂
    „Der Goldene Handschuh“ hat mich von vornherein nicht ansprechen können, obwohl alle vollen Lobes waren.
    „1793“ hatte ich für mich auch schon „abgelehnt“, aber dann so viel Gutes darüber gehört, dass es beinahe wieder auf meiner Leseliste gelandet wäre. Jetzt habe ich aber irgendwoanders (merke mir nie welcher Blog) und bei dir gelesen, dass mein Bauchgefühl wohl doch richtig war. Die Leseliste ist eh zu voll. 😀
    Mein letztes abgebrochenes Buch war „Hundert Jahre Einsamkeit“ von Marquéz (Lesekreisbuch). Ist bestimmt ein ganz tolles Buch, aber nicht für mich im Moment. Ich kann gerade nur auf einfach und nicht auf verschwurbelte Sätze. Vielleicht wenn ich mal Urlaub habe.

    Hab ein schönes Wochenende!
    Mona

  4. Solche Beiträge mag ich! Auf „1793“ bin ich ja neugierig und sehr froh, dass Franzi (Lovelymix) es mir leiht – bin einfach trotz eurer beider Abbrüche neugierig darauf.

    Was Mist ist, ist „Der goldene Handschuh“, das Buch wartet noch hier auf mich – aber wir sind ja gern unterschiedlicher Meinung, also mal sehen hehe

    Hab einen mukkeligen Tag trotz Alltagsstress :-*

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