Kraken Presseschau I

Ich schaffe es in letzter Zeit kaum, irgendetwas Schriftliches zu Papier zu bringen, geschweige denn, etwas im Blog hochzuladen. Es gibt jüngst einige Themen, über denen ich brüte. Die Macht der Sprache. Opferrolle. Tabus in der linken Szene…Die Liste wird immer länger und länger.
Und natürlich sind da immer meine Gedanken und Reaktionen zu Artikeln, die ich lese, die aber keinen Blogeintrag rechtfertigen würden. Eine wöchentliche „Presseschau“ wäre da schon was anderes. Der Plan ist, jeden Sonntag (vllt. Auch alle zwei) die Artikel vorzustellen, die mich in der vergangenen Woche beschäftigt, interessiert, belustigt oder verärgert haben.
Diese Woche ist es nicht allzuviel, weil mir die Idee erst heute kam und ich die Artikel erstmal rauskramen musste. Was bei der Fülle gar nicht so einfach ist…
Oury Jalloh kann sich nicht selbst angezündet haben
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-10/jalloh-mdr-sendung
Vor neun Jahren verbrannte Oury Jalloh in einer Polizeizelle. Seine Hände waren auf dem Rücken gefesselt, trotzdem hieß es, er habe sich selbst in Brand gesteckt. Ein Polizeibeamter wurde damals zu einer Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, und damit ging der Fall zu den Akten. Eine Initiative gab allerdings keine Ruhe, und nun gibt es – surprise, surprise – neue Erkenntnisse, denen zufolge sich Oury Jalloh nicht selbst angezündet haben kann. Wussten manche auch schon vorher, nun gibt es Beweise.
Wie sich Ebola-Hysterie, Rassismus und Virus-Filme gegenseitig befeuern
Der Autor zieht einen Vergleich, wie sich die Bilder der Zombie-Serie „The Walking Dead“ in unseren Köpfen festsetzen, sich mit Bildern von Flüchtlingen am Zaun in Melilla oder den Bildern aus den Ebolagebieten verbindet und so nun rassistische Ressentiments geschürt werden sollen oder können:
„In der vierten Staffel von »The Walking Dead« … flüchten sich die Protagonisten zeitweise in ein ehemaliges Gefängnis, dessen Zäune fortan permanent drohen, von Zombiemassen eingedrückt zu werden. Unbewusst und fast automatisch werden viele Menschen diese Bilder mit denen der Afrikaner assoziieren, die oft tagelang auf den Grenzzäunen in Melilla ausharren und auf ihre Chance warten, »unser« Land zu überrennen. Abgesehen von der perversen Assoziation von Flüchtlingen mit Zombies: Das Bild von einer privilegierten, im Gefängnis verschanzten Minderheit ist ein treffendes Symbol für die Flüchtlingspolitik der EU…Die aktuellen, realen Seuchenbilder passen sich perfekt in das durch die Filme aufgebaute, virtuelle Erinnerungs-Reservoir ein.“
Zum Abschluss zwei Fotoreihen.
Zuerst The Death of Conversation – oder wie das Smartphone die menschliche Interaktion hemmt und alle den gleichen Hängekopf haben.
Und dann ist eine Fotoreihe, die Star Wars in unsere Welt integriert. Finde ich als Star Wars Fan ja großartig.
Das war’s für heute,
Cheerio

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