[Federlesen] Über den Stapel ungelesener Bücher und die Unsinnigkeit von Buchkaufverboten

Eine Reihe und ein Stapel Bücher, u.a. Romane, Thriller, Sachbücher Ein Bruchteil meiner ungelesenen Bücher

In nahezu jedem Haushalt von Leseratten, Bücherwürmen, Buchenthusiasten und Bookpacmans stolpert man über Bücher. Große, kleine, vereinzelt oder in Rudeln, liebevoll im Regal sortiert oder als Stapel überall verteilt. Einer dieser Stapel ist ein besonderer, über ihn werden Artikel geschrieben, Videos gedreht, Aktionen geplant und ganz allgemein bekommt man den Eindruck, dass er den lesenden Teil der Menschheit schlimmer quält als die Angst vor der Hölle im Mittelalter:

Der Stapel der ungelesenen Bücher, kurz SuB.

Dieser Stapel variiert von Leser*in zu Leser*in. Bei manchen besteht er aus weniger als 10 Büchern, manche schämen sich schon für einen SuB von 50, und wieder andere erfreuen sich ganz ungeniert über ihren dicken SuB von 100+Büchern.

Zu verschiedenen Zeiten im Jahr gerät ein Teil der Leser-Herde plötzlich in Panik, der SuB ist zu groß, die Lesegeschwindigkeit zu langsam, es ist doch peinlich, so viele (2, 42, 103, 865) ungelesene Bücher zu haben, man muss was tun, am besten erst mal wild losrennen (ja, ich habe hier König der Löwen im Kopf). Das Zauberwort heißt hier grundsätzlich immer !!BUCHKAUFVERBOT!!. Von einem Extrem – permanent alles an Büchern kaufen und mitnehmen was geht – ins andere Extrem – auf gar keinen Fall neue Bücher holen, das ist böööse – zu fallen fällt vielen Buchmenschen leichter als eine Tasse Kaffee umschubsen.
Und ich verstehe es einfach nicht.
So gar nicht.

Das Problem mit SuB, das eigentlich keins ist

Wir lieben Bücher. Es ist logisch, dass man sich gerne mit Büchern umgeben möchte, sei es haptisch mit überquellenden Bücherregalen oder elektronisch auf dem eReader, manche sind sogar ein Fuchs und machen, oh Schreck, beides. Dass sich bei so einer Leidenschaft Bücher auch mal anhäufen ist völlig klar, reichen oft doch Geburtstag oder Weihnachten aus, um den SuB wieder größer werden zu lassen.
Mit der Kapitalismus- und Konsumkritik sowie dem aktuellen Trend des Minimalismus fühlt man sich jedoch schnell unter Druck gesetzt. Man bekommt das Gefühl, wahllos Bücher gekauft zu haben, die man nie lesen wird, man konsumiert blind; man „müllt“ seine Wohnung zu und muss dringend die Bücher ausmisten, was soll man auch mit Büchern, die man nie wieder lesen wird?; man solle doch bitte nur so viel kaufen wie man braucht/lesen kann. Im Grunde kann ich das so unterschreiben, ich bin auch gegen blinden Konsum und gegen Haben um des haben Wollens. Bei Büchern sehe ich das anders.

Ich und mein Mittelgebirge

Ich lese nach Lust und Laune, nicht nach Listen oder was mein SuB mir vorgibt. Es kann passieren, dass ich drei Wochen lang einen Thriller nach dem nächsten inhaliere, nur um dann von jetzt auf gleich zur Philosophie zu greifen, und nach nur einem Buch in eine Phase einzutauchen, in der ich hauptsächlich Graphic Novels lese. In solchen Schüben kaufe ich auch gerne neue Bücher. Meistens passiert es allerdings, dass am Ende eines solchen Schubes noch zwei neue Thriller liegengeblieben sind. Warum sollte ich mich jetzt durch diese Bücher quälen, wenn ich gerade einfach keine Freude daran finde? Nur, um den SuB klein zu halten? Lesen ist kein Wettbewerb und Bücher keine Deko, die man stolz als „habe ich alle gelesen“ präsentiert. Es gab einen Grund, warum ich die Bücher gekauft habe, also werde ich sie irgendwann auch lesen. Und wann ich das mache, ist allein meine Angelegenheit, ebenso die Anzahl meiner noch wartenden Bücher.

Inzwischen ist mein SuB kein Stapel mehr sondern eher ein Mittelgebirge, und ich fühle mich damit pudelwohl. Warum? Weil ungelesene Bücher mich nicht nervös machen und für mich kein Problem darstellen.
Umberto Eco besaß eine Privatbibliothek mit an die 30000 Büchern. Seiner Auffassung nach waren „[g]elesene Bücher…längst nicht so wertvoll wie ungelesene. Eine Bibliothek sollte so viel von dem, was man nicht weiß, enthalten… Die Reihen der ungelesenen Bpcher werden sogar umso länger, je mehr er [der Mensch] weiß. Eine derartige Sammlung ungelesener Bücher wollen wir eine Antibibliothek nennen.“ (Taleb, Der Schwarze Schwan, S. 17).

Ich sehe es ähnlich. Wenn ich zu einem Thema mehr wissen möchte, sei es über Sachbücher oder mit Romanen, habe ich einen beträchtlichen Schatz, und ich liebe ihn. Während mich mein Minigebirge tatsächlich nicht nervös macht, bekomme ich Stresspickel, wenn ich etwas mehr zu einem Thema wissen möchte – und nichts finde. Meistens ist dann Sonntag und ich habe keine Chance, mir sofort ein Buch zu besorgen. Natürlich wird mich auch meine Antibiliothek nicht vor solchen Momenten bewahren, aber seit ich mir bei meinen Interessengebieten einen stattlichen Vorrat angelegt habe, bin ich sehr viel entspannter, was das Lesen angeht.

C.H. Beck Wissen, Bücherregenbogen Das Bücherregal als Wissensfundgrube

Die unsäglichen Buchkaufverbote

Buchkaufverbote und die Gruppen dazu haben immer etwas von kaltem Drogenentzug. Man „darf“ um Gottes Willen keine neuen Bücher kaufen, bei Verlagen anfragen oder aus der Bücherei ausleihen. Spätestens am dritten Tag geht das Gejammer in der Gruppen los.
„Da ist ein neues Buch von Luise Meyer-Schmidtstrophen erschienen, ich will das uuuunbedingt haben, aber ich bleibe stark!“
„Hilfe! Meine Mutter will heute in die Stadt und auch in den Buchladen. Drückt mir die Daumen…“
„Ich bin schwach geworden. Ich hatte eine Lange Zugfahrt vor mir und nichts zu lesen bei mir, da habe ich mir den neuen Klaustranovsky gekauft. Bitte vergebt mir.“
(Geht es nur mir so, oder klingt das hart nach Magersuchtchats, nur dass es hier um Bücher geht?)

Warum unterwirft man sich einem Buchkaufverbot, wenn man eindeutig darunter leidet? Zumal die meisten Teilnehmer solcher Verbote großartig darin sind, Ausnahmen zu finden. Mit Gutschein gekauft ist ja nicht richtig gekauft, weil der Gutschein ja von jemand anderem gekauft wurde. Ich kaufe einer Freundin ein Buch, sie mir, das ist dann ein Geschenk (geschenkte Bücher sind okay). Der Freund ist ins Krankenhaus gekommen, man brauchte was zur Beruhigung der Nerven, also ist das eher Medizin (der Fall war von einer Bloggerin, die Medizin-Ausrede habe ich gebastelt).
Man sieht: so ein Buchkaufverbot verhindert nicht, dass neue Bücher einziehen. Was aber passiert ist folgendes: man überlegt sich sehr genau, für welche Bücher man das Buchkaufverbot bricht, man kauft also bewusster.

Buchstapel, im Vordergrund ein Buch über Krähen Ein paar der Bücher, die lange darauf warten mussten, gelesen zu werden…

Und genau das ist es, was ich in solchen Zeiten mache. Wenn ich mich dazu durchringe, bei einem Verbot mitzumachen, dann stelle ich vorher immer klar, dass Uni-Bücher von diesem Verbot grundsätzlich ausgenommen sind ((Aus-)Bildung ist immer wichtiger als jedes Verbot), ebenso Bücher, die ich für ein lang angekündigtes Blogspecial brauche. Das wichtigste ist aber: wenn ich ein Buch jetzt sofort haben will, aus welchen Gründen auch immer, dann kaufe ich es mir auch, denn dafür gehe ich verdammt nochmal arbeiten. Damit ich nicht wie früher als Kind oder Teenager auf Weihnachten warten oder meine Oma anbetteln musste. Ich nehme solche Buchkaufverbote als Anlass, mir wieder bewusst zu machen, welche Bücher ich kaufe oder ausleihe, und welche vielleicht noch warten können. Die werden dann fotografiert oder gespeichert und kommen auf eine Liste. Die leihe ich dann irgendwann aus oder kaufe sie mir, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.

Oder mein jährlicher Shoppingtrip kommt, in der Regel nach Weihnachten, wenn ich mich Büchergeld bewaffnet bin. Dann gehe ich tatsächlich zu meinem Stammdealer und mache einmal das, wovon ich auch als Kind schon geträumt habe: „Ich hätte gerne das Buch, das da, das auch, das muss ich mir noch angucken, das nicht, aber das da bitte, nee mit dem schönen Cover, und ich will noch eins bestellen…“

Und zack, mein Minigebirge hat einen neuen Hügel bekommen.
Aber mir verbieten, Bücher zu kaufen? Niemals.

44 Kommentare zu „[Federlesen] Über den Stapel ungelesener Bücher und die Unsinnigkeit von Buchkaufverboten“

  1. Liebe Mareike,

    ich kann nur Amen sagen. AMEN! Ich stehe da total hinter dir und habe mal genauso einen Blogbeitrag geschrieben, weil mich das Thema auch so beschäftigt hat. Mein SuB ist meine eigene Bibliothek, es warten so viele Bücher, die gelesen werden wollen und ich freue mich darauf! Mich macht es glücklich und ich stresse mich kein bisschen. Und solange ich mich damit wohl fühle, ist alles okay. Ich weiß auch nicht, wie hoch mein SuB ist. Mich interessiert es einfach nicht, weil ich mich damit nicht beschäftige. Aber dennoch weiß ich, wann es gut ist (ich habe leider auch keinen Esel, der mir Geld macht). Denn natürlich sollte man darauf achten, dass es nicht ausartet.
    Was ich auch immer seltsam finde, sind solche Aussagen wie: „Buchkaufverbot, ich darf keine Bücher kaufen, aber Rezensionsexemplare sind ok.“

    Toller Beitrag!

    Liebe Grüße
    Charline

    1. Moin Charline!
      Klar, irgendwo ist immer Schluss. Wenn ich wählen kann zwischen zwei Büchern oder eine Woche Essen gewinnen die Bücher definitiv nicht.
      Und schön, dass ich eine Verbündete im Geiste habe ^_^

      Cheerio
      Mareike

  2. Moin!

    Einen gewissen „Buchpuffer“ sollte jeder Leser im Haus haben, oder nicht?
    Ich sehe das genau so. Man hat ja nicht immer Lust auf ein und das selbe Genre, möchte mal wechseln.Da kommt es dann sehr gelegen, wenn der SuB über eine gewisse Auswahl verfügt.
    Zudem freut es mich immer, wenn ich die schönen Bücher in meinem SuB-Regal sehe. 🙂

    Schönes Wochenende!
    Andre

    1. Moin Andre!

      Buchpuffer klingt toll! So einen braucht jeder, alleine schon, wenn das aktuelle Buch nicht so bombe ist. Manche greifen dann zwar zu bereits gelesenen Büchern, aber dafür habe ich in diesem Leben keine Zeit 😀
      Welche Bücher stehen denn in deinem SuB-Regal?

      Cheerio
      Mareike

      1. Moin Mareike,

        jetzt müsste ich eigentlich ein Foto von meinem Buchpuffer-Regal anhängen!
        Das ist ein kleines Regal direkt neben dem Bett. Für den kurzen Zugriff.
        Unter anderem sind dort z.Zt.:
        – Tage des Lesens, Marcel Proust
        – Hiddensee, Renate Seydel (Hrsg.)
        – Budenzauber, Ruhrpoeten e.V. (Hrsg.)
        – Deutschlandreise, Roger Willemsen
        – Kleine Lichter, Roger Willemsen
        – Luthers kleine Teufeleien
        – Winter, Rainer Maria Rilke
        – Miteinander reden Bd. 1-3, Friedemann Schulz von Thun
        – Technische Analyse, Pierre M. Deubner
        – Der alte Mann & das Meer, Hemingway
        – Eames, Gloria König

        Das sind die „echten“ Bücher. Auf dem eReader schlummern noch ein paar andere, z.B. die Geschichte der Bienen, Zwei Herren am Strand, Elefant (Suter) u.v.a.

        Gruß, Andre

        1. Moin!
          Spannend, ich glaube, außer Rilke würde man keines der Bücher in deinem Regal auf meinem SuB finden. Der alte Mann und das Meer fand ich allerdings auch so langweilig, dass ich es abgebrochen habe ^^; Die Bücher auf deinem eReader reizen mich allerdings schon.
          Ach, und wie ist eigentlicht „Die Bucklige Verwandschaft“? Ich hab gesehen, dass du das gerade liest. Ich stehe eigentlich weniger auf Humor, aber vielleicht ist das ja was…

          Cheerio,
          Mareike

  3. Ich habe auch einen Stapel ungelesene Bücher. Er hat eindeutig mehr als 10 solche Wesen. Ich kann doch nichts dafür das immer so tolle neue Bücher erscheinen. ? Und verbieten würde ich es mir auch nicht lassen. Wie du schon richtig geschrieben hast: Wofür geht man denn arbeiten?

  4. Hm, ich habe noch gar nie von dem unsäglichen Buchkaufverbot gehört, und es würde mir auch nie im Leben in den Dinn kommen! Selbst als stolze Minimalistin sehe ich den Sinn dahinter nicht wirklich. Ja, ich versuche meinen Lesewahn so „ökologisch“ wie nur möglich zu gestalten. Das heisst aber nicht, dass ich einfach keine Bücher mehr kaufe. Vielmehr kaufe ich sie wenn immer möglich gebraucht oder leih sie mir aus, und wenn ixh sie gelesen habe und sie nicht zu meinen Top-Favoriten gehören, dann reiche ich sie weiter und verschenke sie. So hat jedes Buch, das ich lese, ein möglichst langes Leben und macht, sei es vor oder nach mir, auch anderen Leuten Freude.

    1. Ahoi!
      Ich trenne mich auch von gelesenen Büchern nur schwer, selbst wenn sie nicht zu meinen Lieblingen gehören. Ich wollte schon zu oft auf Bücher für Artikel oder Unisachen zurückgreifen und hatte sie dann einfach nicht mehr. Ich miste auch aus, aber überlege sehr genau, welche Bücher wieder auf die Reise gehen 🙂

  5. Ein großartiger Beitrag! Ich bin total begeistert und kann dir in vielen Punkten nur zustimmen. Das schlechte Gewissen nagt trotzdem manchmal an mir, vielleicht weil ich in meinem SuB eher ein Zeichen meiner Maßlosigkeit sehe. Was ja an und für sich nicht schlecht ist, weil man nie genug Bücher haben kann. ?

  6. Ich würde mich gern dem Amen anschließen. Ich habe zwar ebenfalls so Phasen, in denen ich das Gefühl habe, mein SuB lacht mich höhnisch aus und sagt mir, dass ich ihn niemals werde lesen können – doch mir selbst ein Buchkaufverbot auferlegen? Niemals! Ich reiße mich zusammen, wie ich das möchte, und wenn mich dann doch etwas anlachtund ichmir sicher bin, dass ich nicht warten kann, dann kaufe ich es eben. Und am Ende des Monats lacht mich mein SuB wieder aus. Aber das macht nichts.

    Wer weiß, wenn die Welt eines Tages untergeht, wenn wir alle ohne Internet und Technik unser Dasein fristen, dann bin ich gewappnet. So.

    Liebste Grüße!
    Gabriela

    1. Ha! An die Zombieapokalypse musste ich auch oft denken. Wenn wir kein verdammtes Internet mehr haben, wo können wir nachlesen wie Ackerbau geht und welche Pflanzen als Heilmittel benutzt werden können? In unseren Minibibliotheken. Mein Plan für die Zombieapokalypse ist übrigens tatsächlich, mich in einer Bib zu verschanzen 😀

      Cheerio und ein schönes Wochenende,
      Mareike

  7. Liebe Mareike
    Ich gehöre zu der Fraktion, die sich von ihrem SuB leicht stressen lässt. Das liegt aber auch an meinem Umfeld. Als ich letztens in der Kaffeepause zu meinen Arbeitskollegen meinte, dass ich 40 ungelesene Bücher hatte, kamen viele doofe Sprüche und lauter „WAS!?“ Und das setze mich unter Druck.

    Buchkaufverbote handhabe ich ähnlich wie du: Ich kaufe bewusster Bücher ein. Ich miste dann gerne auch meine gelesenen Bücher aus und durchforste meinen SuB nach Bücher, die ich nicht mehr lesen will. Manche Bücher auf meinem SuB interessieren mich einfach nicht mehr und ich habe sie nur gekauft weil sie 2 Euro kosteten.
    Bei diesen „Buchkaufverboten“ überlege ich mir dann viel genauer, ob ich das Buch wirklich brauche. Kaufe ich es wegen dem Cover? Weil es nur 2 Euro kostet? Brauche ich gerade das Buch weils mir schlecht geht und ich jetzt eine geballte Ladung Rick Riordans Sarkasmus gebrauchen kann? Kaufe ich es nur um es zu besitzen? Wegen des Klappentextes?

    Dein Vergleich mitdem Magersuchtschat ist erschreckend passend und ich werde mich hüten solche Dinge in Zukunft zu twittern. Ist doch eigentlich totaler Schwachsinn, wenn man sich rechtfertigen muss, wenn man ein Buch kauft.

    Liebste Grüsse
    Julia

    1. Liebste Julia,
      mein SuB ist um mehr als das Zehnfache größer als Deiner 😀 Sag das mal deinen Kollegen, dagegen ist deiner ein kleiner Auenlandhügel mit Hobbithöhle drin.

      Die Fragen, die du dir beim bewussten Kaufen stellst, finde ich toll. Ich stelle mir ähnliche Fragen wie „Fandest du den ersten Teil der Serie so toll, dass du jetzt sofort den nächsten brauchst?“ oder „Du liest gerade drei Bücher parallel, willst du echt ein viertes dazu haben?“ usw.
      Übrigens wird die Frage „Will ich das haben, weil es mir schlecht geht und ich jetzt genau diesen Autor/Genre brauche“ grundsätzlich mit Ja beantwortet. Bücher helfen mir immer, und wenn sie dann therapeutische Zwecke haben, kommen sie mit. Basta!

      Cheerio und dicke Umarmung,
      Mareike

  8. Guter Beitrag.
    Ich finde, Buchkaufverbote machen nur dann Sinn, wenn man es wirklich machen und auch durchziehen will. Hat man die „Selbstbeherrschung“, zu sagen „ich kaufe diesen Monat kein Buch“ und hält sich dann daran und fühlt sich gut damit, dann finde ich das super. Ist man aber der Typ, der dann ständig Ausreden findet und sich eigentlich nur selbst unter Druck setzt und quält, dann soll man es doch bitte auch lassen. Das bringt ja niemandem etwas und stresst nur noch zusätzlich.
    Das ausgewählte Kaufen finde ich da auch viel sinnvoller, wobei es da völlig egal ist, ob es nun aus SuB-Abbau Gründen passiert oder nicht. Bei anderen Dingen kauft man ja auch nicht völlig wahllos ein, sondern nur das, was man wirklich haben möchte oder braucht.
    Ich selbst versuche mir nach der Regel „kauf nur, was du wirklich direkt lesen willst“ Bücher zuzulegen, denn wenn ich schon weiß, dass ich erst in Monaten dazu kommen werde, dann kann ich das Buch auch noch später kaufen und es liegt nicht hier und schaut mich vorwurfsvoll an. Das verhindert (meistens) dieses Horten und schränkt mich trotzdem nicht ein.
    Jeder muss da einfach seine Lösung finden.

  9. Sehr schöner Beitrag den ich so unterschreiben kann – ich halte auch nichts von Kaufverboten, zumal sie bei mir das genaue Gegenteil auslösen (ich spreche aus Erfahrung *lach).

    Nein mal ehrlich, ob Leser*innen einen SuB haben oder nicht, ob dieser ein- oder dreistellig+ ist, soll doch bitte jedem selbst überlassen sein! Klar staune ich auch über so manche Zahl, aber ich frage mich daher wie das in der Wohnung untergebracht wird 😉 Ja, das bewusster kaufen, da könnte ich vielleicht noch etwas an mir arbeiten, aber wenn es mich überkommt – dann überkommt es mich eben und ich liebe es einfach in der Buchhandlung zu stöbern und mit mindestens einem neuen Schätzchen hinaus zu gehen <3

    Denn das ist auch etwas, was ich überhaupt nicht verstehe!! Wenn ich bspw. auf Twitter so etwas wie "Yeah, heute in der Buchhandlung gewesen und kein Buch gekauft" lese frage ich mich immer warum man denn dann bitte in eine Buchhandlung geht?! Natürlich kann es auch vorkommen das einen nichts anspricht, man nur auf dem Sprung für ein Gutschein oder Fachbuch ist (etc.) aber warum dann solche Aussagen?

    Bei uns auf dem Blog ist der SuB ja auch Thema, aber eher um einen Überblick über all die schönen Titel zu bekommen, vielleicht sich etwas anspornen auch mal wieder zu einem SuB-Buch zu greifen um diese Bücher wertzuschätzen. Und ja, auch Challenges dazu finde ich fein, aber eben bitte ohne Verbot

    So, genug zu getextet und einen feinen Sonntag dir gewünscht!

  10. Ein schöner Beitrag,
    ich sehe es ähnlich wie du. Aber auch ich habe ab und an meine Phasen, in denen ich mir sage, jetzt kaufst du dir erst einmal nicht mehr so viele Bücher. Das klappt aber auch meistens, gerade da durch meine Arbeit meine Lesezeit auch stark variiert. Aber ich habe für mich auch den Weg gefunden, dass ich rezensierte Bücher, die ich nicht so gerne mochte, gerne ins Bücherregal stelle, damit sie ienen Leser finden, der sie lieber mag. Aber letzten Endes liebe ich auch meinen SUB, der eher in den 100+ zu finden ist.
    Du hast übrigens eine schönen Blog!
    LIebe Grüße,
    Immi

  11. Ich leide gerade Höllenqualen. Ich bin vor 2 Jahren auf einen eBook-Reader umgestiegen. Ich habe zwar immer noch Bücher zum Anfassen. Allerdings sind da die Neukäufe drastisch zurückgegangen. Es werden nur noch Sonderausgaben gekauft, oder Bücher von den Lieblingsautoren. Der Rest wird eigentlich nur noch in elektronischer Form konsumiert. Nun ist mein Reader aber runtergefallen und kaputt. Der elektronische SuB mit mindestens 50 Büchern unerreichbar. Der Print-SuB besteht nur noch aus Büchern, die ich schon seit geraumer Zeit vor mir her schiebe, weil ich schlichtweg keine Lust auf die Titel habe. Da ich aber ja eigentlich genügend Bücher habe, habe ich mir nun ein Kaufverbot auferlegt. Klar könnte ich noch auf dem Smartphone über die App lesen, aber das mache ich so ungern.
    Warum ich mir keinen neuen Reader kaufe? Ich warte aktuell auf ein Angebot, das jetzt vor Weihnachten bestimmt noch kommt.
    LG, Tina

  12. Ich muss so lachen, es ist wie Weihnachten, Ostern und Silvester: ALLE Jahre wieder … SuB oder nicht-SuB! ?

    Ich habe mehrere SuBs, zusammengefasst in RuBs (Regale ungelesener Bücher) und ich liebe sie. Habe aus Liebe zum SuB jetzt sogar an der #SuBventur mitgemacht und hatte großen Spaß mir meine Schätze in Erinnerung zu rufen. Insbesondere fällt es mir jetzt leichter, Bücher von meinem eSuB auszusuchen, da ich sie aufgelistet habe. Ansonsten weiß ich quasi genau, welches SuB-Buch sich wo in meinen Regalen befindet. Den ganzen Stress verstehe ich auch nicht so recht. Sind doch Bücher, die zum einen noch zu erlesen sind und zum anderen auch die Wohnung / das Haus schöner machen. Der SuB kann aussortiert, umsortiert, verschenkt, ab- und aufgebaut werden. Er ist sooo flexibel. Und wer ihn nicht mag, soll ihn abschaffen. haha

    Ich freue mich auf die SuB-Bücher wie auch auf neue. Wenn man wie ein Messie Bücher unkontrolliert sammelt, ist das wieder eine andere Sache, die ja als krankhaft betrachtet werden kann. Kauft man aber Bücher, weil man sie liebt und sie (irgendwann) lesen möchte, finde ich das absolut in Ordnung. Jedem sein SuB oder nicht-SuB und das Selbstvertrauen in sich selbst oder zumindest die Stärk, andere auszulachen, die über einen 40 Bücher-SuB stauenen.

    In diesem Sinne, ein Hoch auf die Bücher,
    glG vom monerl ?

    1. Hahahaha, jaaa, ich war auch erst am Überlegen ob ich jemals was zum SuB sagen werde, weil es eben schon so breitgetreten und ausgelutscht ist. Auf der anderen Seite…warum nicht? Und ich finde Buchkaufverbote wirklich unsinnig, und weil diese Verbote gerade wieder um sich greifen musste ich mal meinen Senf dazugeben 😀

      Meinen eSuB könnte ich auch mal aufschreiben, da liegen auch noch so viele Perlen. Ich greife halt nur nie zum meinem Kindle (ja, ich behandle ihn wirklich stiefmütterlich 🙁 ). Ich habe letztens erst meine Regale umräumen müssen und dabei wieder so viele Bücher entdeckt bei denen ich denken musste „Dich lese ich gleich, und dich auch, und dich, am liebsten alle auf einmal“ 😀

      Cheerio
      Mareike

  13. Hey, super Beitrag! ? Ich bin ganz deiner Meinung ? #SuBforever ?
    Kaufverbote machen auch bei mir keinen Sinn… Geld in der Tasche, ein gutes Buch in der Hand – gekauft! So einfach ist das?❤️
    Liebe Grüße
    Lea

  14. Hallöchen,
    Danke für diesen tollen und ehrlichen Beitrag.
    ich stimme dir da auch voll und ganz zu. Wenn ich ein Buch kaufen will, dann kaufe ich es. Und nach Sätzen wie „Ehh.. du kaufst dir aber viele Bücher.. „, erst recht. XD
    Ich liebe jedes einzelne Buch in meinem Regal, egal ob gelesen oder ungelesen. Es gibt sogar Momente, da sitze ich einfach vor dem Regal und sortiere – unter den seeehr skeptischen Blicken meines Mannes – die Bücher von einer Ecke in die andere.
    Ein Buchkaufverbot würde ich mir niemals auferlegen. Nicht bei meinem liebsten Hobby. ♥

    Liebe Grüße
    Melanie

  15. Hey 🙂
    Ich gebe dir da vollkommen recht. Ein Buchkaufverbot halte ich für vollkommen Schwachsinnig, vor allem, weil wir – im besten Fall – unsere Blogs nun mal schreiben, weil wir Bücher lieben. Und ja, auch mein Sub ist groß, aber dafür schämen tu ich mich auch nicht. Ich liebe Bücher nun mal, ich lese gerne und habe auch sehr gerne eine große Auswahl, wenn ich ein Buch beendet habe, und ein neues Lesen möchte.
    Manchmal lese ich halt 5 Thriller hinter einander, manchmal lese ich alle Genre durcheinander. Außerdem habe ich seit einigen Jahren auch so eine Art „Wissenregal“, in dem viele Bücher durch mein Studium und einen Nachlass hinein gekommen sind. DIe meisten davon habe ich nur Stückweise gelesen, was mich da eben gerade interessiert. Und das finde ich gut.
    Ich gucke mir das Regal gerne an und freu mich aber auch immer wieder, wenn ich ein Buch zuende gelesen habe und es quasi „abharken“ kann. Genauso liebe ich aber auch das Gefühl, neue Bücher gekauft zu haben und sie in mein Bücherregal zu stellen.

    Liebe Grüße
    Andrea

    1. Weia, Fachbücher lese ich auch nur auszugsweise, die zählen bei mir auch nur sehr bedingt zum SuB, z.B. wenn ich sie für eine Klausur oder so komplett durcharbeiten musste. Ansonsten…wer liest seine Fachbücher komplett? 😀

      Ansonsten geht es mir wie dir: Mein Heißhunger auf ein Genre kann sich schneller ändern als der einer Schwangeren, und da braucht es einen gut sortierten SuB!

      Cheerio und noch ein schönes Wochenende,
      Mareike

  16. Sehr gute Auffassung der Situation, wie ich finde. Wenn es es ein Buch gibt, das ich unbedingt will, dann hole ich es mir auch – ich muss es ja nicht sofort lesen. Vor einem halben Jahr kamen beispielsweise 8 Bücher der Eiserne-Druiden-Reihe uins Haus und jetzt bin ich „gerade mal“ bei Band 6 – hab aber dafür just in diesen Momenten einfach Lust auf diese Art Geschichte. Danach erst mal was anderes. Ulysses von James Joyce steht auch seit Jahren im Regal und irgendwann werd ich die richtige Laune haben, um ihn in Angriff zu nehmen. Bis dahin? Kommen noch viele neue Werke ins Regal ?

  17. Guten Morgen!

    Ein komplettes Buchkaufverbot finde ich auch unsinnig – zumindest für mich.
    Ich hab mir mal ein Jahr lang vorgenommen, meinen SuB zu reduzieren. Das hat auch wunderbar geklappt, in dem ich einfach „in Maßen“ neue Bücher hab einziehen lassen. Das heißt, ich hab pro Monat mehr Bücher gelesen als neu eingezogen sind. Dazu kam, dass ich ein paar Bücher aussortiert habe, die schon ewig auf dem SuB lagen und die mich einfach nicht mehr interessiert haben. So ist der SuB um die Hälfte geschrumpft bis zum Jahresende 😀
    Das hat mir einfach gut getan und war auch mal nötig.
    Komplettes Verbot – warum … kommt halt drauf an, manche horten ja Hunderte von ebooks, was sie natürlich gerne tun dürfen, aber da seh ich auch keinen Sinn, denn ich denke nicht, dass die allen noch gelesen werden.
    Aber jeder eben so wie er möchte 😉

    Ich hab deinen Beitrag heute in meiner Stöberrunde verlinkt!

    Liebste Grüße und schöne Weihnachtsfeiertage!
    Aleshanee

  18. Hallo!

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich hatte noch nie einen SUB und jetzt bekomme ich einen, seit ich blogge. Ich fühle mich damit nicht so wohl und habe auch einen Buch-Neuerwerbs-Verbot ausgesprochen, das ich seitdem fleißig missachte.
    Ich sollte mal reflektieren, warum ich mich so unwohl fühle. Vielleicht der Gedanke, den Büchern nicht mehr gerecht zu werden, wenn sie sich so stapeln?
    Oder ich werde einfach total gelassen und nehme den Stapel so, wie er ist. Denn kann man überhaupt „zuviel“ Bücher haben? Haha, natürlich nicht.

    Gruß,
    Daniela

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