[Federlesen] Arabischbücher – Womit lernt es sich am besten?

Während meines Studiums schrieb ich ein Essay über die Darstellung Jesu und der Kreuzigung im Islam. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon mein Hebraicum und Graecum, ich konnte also biblische Texte aus den altsprachlichen Schriften übersetzen. Umso mehr wurmte es mich, dass ich für das Essay auf Koranübersetzungen angewiesen war, anstatt wie gewohnt selbst bestimmte Passagen zu übersetzen. Damals setze ich mir in den Kopf, Arabisch zu lernen. Nur war das zu dem Zeitpunkt gar nicht so einfach, denn die angebotenen Arabischkurse waren Studierenden anderer Fachrichtungen wie Religions- und Islamwissenschaften vorbehalten. Irgendwann rückte der Wunsch in den Hintergrund, andere Dinge und Themen wurden wichtig.

Nachdem ich dieses Jahr in Ägypten war und mich fast täglich ärgerte, kein Arabisch zu verstehen, war klar: nach dem Examen fange ich mit dieser Sprache an. Der Vorsatz war gefasst, und ich bestellte mir meine ersten Arabischtabellen. Ich war gerade drei Tage mit dem Examen und damit dem Unilernen durch, da fing ich an, mich langsam an Arabisch heranzutasten. Meine Wunschliste füllte sich, Freunde bekamen von meinem Vorhaben Wind und unterstützten mich auf unterschiedlichste Weise – sei es durch Mut machen und Hilfe bei der Wahl der Kurse, sei es durch Geschenke, die mich vorzeitig oder um meinen Geburtstag herum erreichten, und fast meine komplette Wunschliste enthielten. Vor allem merkte ich, wie viele aus meiner Bloggersphäre Arabisch sprachen oder es mal gelernt haben, und wie gut es tut, dass ich immer mal wieder jemanden fragen oder mir Luft machen kann, wenn ich die Schrift immer noch nicht flüssig lesen kann. Sie verstehen das, waren sie doch selbst mal an diesem Punkt.

Seit Anfang Juli haben sich mehr Bücher und Lernutensilien bei mir angehäuft als ich je gedacht hätte, und da ich mehrfach gebeten wurde sie vorzustellen, bekommt ihr hier einen Überblick. Ich stelle die einzelnen Bücher und Lernsachen in der Reihenfolge vor, in der ich sie bekommen habe.
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PONS Auf einen Blick Tabellen

PONS kenne ich vor allem aus dem Lateinunterricht. An der Uni benutzte ich eine Grammatik, die sogar für mich idiotensicher war, und die Tabellen für den Hefter haben mir mehr als einmal den Arsch bei einer Übersetzung gerettet.
Für Arabisch gibt es bei den „Auf einen Blick“-Tabellen leider nicht ganz so viel Auswahl wie für andere Sprachen, aber immerhin eine Übersicht über die Schriften* mit ein paar Besonderheiten, sowie eine Einlage mit dem Basiswortschatz*, sortiert nach verschiedenen Lebensbereichen.
Nun habe ich schnell bemerkt, dass das, was bei PONS auf Arabisch steht, oft anders ist als das, was ich schon kannte oder mir von ägyptischen Freunden beigebracht wurde. Ich denke aber, dass es vor allem an den Unterschieden der verschiedenen arabischen Dialekte und dem Unterschied zwischen Umgangs- und Hochsprache liegt.

Vorteil: Für die Reise nicht unpraktisch, da die Sätze und Worte nach Themengruppen gegliedert sind
Nachteil: Sehr klein geschrieben; Aussprache muss man üben; Din A4 ist für unterwegs nur bedingt geeignet

PONS Arabisch Power-Sprachtraining

Das Arabisch Powertraining* von Pons ist für Selbstlerner_innen konzipiert. Ich hatte ihn mir aus der Bücherhalle ausgeliehen, bevor er mir vorzeitig zum Geburtstag geschenkt wurde, und lernte damit vor allem erstmal das arabische Alphabet lesen und schreiben. Bei diesem Kurs ist eine CD dabei, deren Sounddateien die einzelnen Übungen unterstützt. Mit der ersten Sounddatei, die das Alphabet langsam vorliest, habe ich mir das Alphabet beigebracht und wiederhole es immer wieder, denn seien wir ehrlich – es sitzt noch etwas wackelig im Kopf.
Ich bin noch nicht über den ersten Teil mit der Schrift hinaus, was auch daran liegt, dass inzwischen der Kurs an der Volkshochschule angefangen hat und dort ein anderes Buch benutzt wird. Trotzdem finde ich es recht hilfreich, weil es eben diese lange Einführung in die Schrift hat.

Vorteil: Audio-CDs, die das Selbstlernen unterstützen;
Nachteil: Buch ist recht schwer, eher nichts für unterwegs.

Salam! Kursbuch mit Audio-CD und Salam Übungsbuch

Die Salam Kursbücher benutzen wir im Kurs der Hamburger Volkshochschule. Ich war ja so intelligent den Kurs A1 Stufe 2 zu buchen – und erst später zu bemerken, dass ich damit ein paar Vorkenntnisse benötige. Die ersten drei Lektionen des Buches. Läuft, Mari.
Nun habe ich mich von solchen eher kleinen Hürden noch nie einschüchtern lassen und fing einfach an zu lernen, sobald das Lehrwerk und das Übungsbuch* da waren. Das Salam Kursbuch* kommt wie auch der PONS Sprachtrainer mit Audiounterstützung, allerdings ist Salam! tatsächlich für die Arbeit in einer Gruppe konzipiert. Es gibt immer wieder Übungen, die man mit seinen Kursteilnehmer_innen machen soll. Trotzdem habe ich bis zum Beginn meines Kurses die ersten drei Lektionen gelernt und einigermaßen verinnerlicht. Salam ist gut aufgebaut und Dank der Audiounterstützung kann man auch als Selbstlerner_in deutliche Fortschritte erzielen, zumal es ein Lösungsheft für alle Aufgaben im Lehrwerk und Übungsbuch gibt.
Am Ende jeder Lektion gibt es eine einseitige Übersicht über die Inhalte der Lektion. Will man nochmal schnell etwas nachgucken, hat man hier alles auf einen Blick. Außerdem gibt es an dieser Stelle auch immer eine Themenseite mit Informationen, z.B. zu semitischen Sprachen allgemein, arabischen und indischen Zahlen, arabische Städteplanunng. So lernt man nicht nur einfach eine Sprache, sondern auch etwas zur Sprachgeschichte und Kultur.

Vorteilhaft sind bei Salam die Vokabellisten am Ende des Buches, die einmal nach Lektion und einmal nach dem arabischen Alphabet sortiert sind. Es gibt eine kleine Grammatikübersicht, die ich aber ungünstig finde, da sie alphabetisch nach Schlagwort (z.B. Präposition, Nisba-Endung, etc.) geordnet ist. Nach Themen gegliedert fände ich sinnvoller, auf der anderen Seite gibt es dafür gute Grammatiken, die das ganze systematischer behandeln.

Zu Salam gehören auch ein Vokabel- sowie ein Schreibtrainer.

Vorteil: Die einzelnen Bücher der Salam Reihe ergänzen einander; Audiounterstützung; leicht verständliche Lektionen; viele Zusatzinformationen
Nachteil: Die einzelnen Komponenten sind tlw. nicht billig und als Komplettpaket ist man an die 100€ los

Ikhlas Schumacher – Einführung in die arabische Schrift

Als ich Anfing, mir selbst Arabisch beizubringen, wusste ich, dass ich zuerst die Schrift meistern musste. Klar, es gibt die Umschrift, und die ist ungemein hilfreich. Ich kenne es aber schon aus Althebräisch und Altgriechisch: zuerst lernst du die verdammte Schrift und ein paar einfache Sachen. Erst danach geht’s ans Eingemachte (Altes Testament bei Hebräisch, Platon bei Griechisch). Nun klappte es ganz gut, nachdem ich mich einfach ein paar Tage hintereinander täglich an die Schrift gesetzt hatte und das Alphabet aufsagen lernte. Aber ich war ungeduldig und manchmal frustriert. Eine Freundin schenkte mir daher Einführung in die Arabische Schrift*. Hier bekommt man en detail erklärt, wie die einzelnen Buchstaben geschrieben werden, wie sie an welcher Stelle im Wort aussehen (das können immerhin bis zu vier verschiedene Zeichen sein) und wie die einzelnen Buchstabengruppen zusammengehören. Man lernt, welche Buchstaben welche Auswirkungen auf die Schreibweise und Aussprache im Satzgefüge haben, und vor allem hat man jede Menge Platz zum Üben.

Vorteil: viel Platz zum Üben; präzise, nicht zu lange Erklärungen
Nachteil:

Buske Sprachkalender Arabisch 2019

Meine Freundin gab mir nicht nur die Einführung in die Arabische Schrift, sondern auch einen Arabisch Sprachkalender für 2019* mit täglichen Vokabel- und Grammatikübungen. Auf den Kalender bin ich sehr gespannt, denn der Anspruch der einzelnen Tage variiert zwischen A2 und B2 – was ein deutlicher Unterschied ist, und ich zudem noch bei A1 rumkrebse. Manche der Übungen werde ich schlichtweg (noch) nicht machen können, aber ich liebe solche Gimmicks beim Sprachenlernen.

Vorteil: Jeden Tag eine kleine Übung
Nachteil: Gerade als Anfänger_in kann man nicht alle Übungen machen

PONS Das kleine Wörterbuch, PONS Bildwörterbuch Arabisch-Deutsch, PONS Vokabelbox in Bildern

Auch wenn es von den PONS „Auf einen Blick“-Tabellen nur zwei für Arabisch gibt, hat der Verlag anderen Kleinscheiß im Programm.

Das kleine Wörterbuch* passt in jede Hand- und sogar Hosentasche. Gerade wenn man bereits ein paar Grundlagen der arabischen Sprachen beherrscht, ist dieses Wörterbuch ein guter Begleiter. Hinten sind ein paar Standardsätze drin, die man z.B. beim Arzt gebrauchen kann oder wenn man nach dem Weg fragen will. So toll ich sowas finde, sie nützen einem nicht viel, wenn man die Antwort nicht versteht.
Ein anderer Punkt, der mir bei PONS schon häufiger aufgefallen ist: PONS führt auch immer eine Übersetzung für die deutsche Höflichkeitsanrede („Sie/Ihnen“) auf, die sich von der Übersetzung der normalen Anrede („Du“) unterscheidet. Das Problem hierbei ist, dass es – meines Wissens nach, ich lasse mich gerne korrigieren – keine Höflichkeitsanrede wie im Deutschen gibt. Ich finde es daher ziemlich irreführend. Trotzdem: wenn es nächstes Jahr wieder nach Ägypten geht, kommt das Wörterbuch mit!

Das Bildwörterbuch Arabisch-Deutsch* gefällt mir richtig gut, was auch daran liegen mag, dass ich mir mit 4 oder 5 u.a. mit so einem Wörterbuch für Kinder das Lesen beigebracht habe. In 13 Kategorien findet man hier 16.000 Wörter und Wendungen, sei es zum Thema Mobilität oder Essen und Trinken. Ich stöbere immer wieder darin. Auch wenn ich aktuell noch nichts aus diesem Buch brauche, weil ich noch bei dem wirklich grundlegenden Basics bin, weiß ich jetzt schon, dass es sehr hilfreich sein wird, wenn ich später auch nach Themen lernen möchte. Aktuell benutze ich es also mehr zum Schmökern als zum Lernen, aber das wird sich garantiert noch ändern!

Die Vokabelbox* ergänzt das Bildwörterbuch und funktioniert wie das Lernen mit Karteikarten. Man nimmt sich pro Lerneinheit ein paar Karteikarten, sagen wir 20 Stück, und lernt sie. Karten, die man (vollständig) weiß, legt man auf einen Stapel, die, die man nicht oder nur zum Teil kennt, auf einen anderen. Letzteren Wiederholt man so oft, bis man alle Karten kennt und fängt dann nochmal mit allen Karten an. Zumindest mache ich das so. Ich sortiere die Karten hinterher auch wieder in ihre jeweilige Kategorie zurück, damit ich bei der nächsten Lerneinheit nicht erst groß suchen muss. Das Sortieren ist leicht, denn die Karten in der PONS Box sind am oberen Rand farblich codiert, und innerhalb der Kategorien gibt es nochmal Überschriften. Man kann also während des Lernens ruhig alle Karten durcheinanderwerfen, am Ende ist es keine große Arbeit, wieder Ordnung zu schaffen.
Zudem haben die Karten auch Zahlen. Der Box ist ein Inhaltsverzeichnis beigefügt, und wenn man eine bestimmte Vokabelgruppe sucht, z.B. Kampfsportarten, kann man da auch nach den „Seitenzahlen“ gehen. Da ich aber auch das große Bildwörterbuch habe, in dem sämtliche Vokabeln der Kärtchen aufgeführt sind, werde ich nicht mehr auf die Zahlenreihenfolge achten, sondern die Kategorien einsortieren


Die Tour durch mein Arabischregal ist vorbei. Kennt ihr die Lehrwerke und Utensilien? Habt ihr andere, mit denen ihr gute Erfahrungen gemacht habt?
Würde euch ein Artikel interessieren, wie ich eine Sprache lerne?

2 Kommentare zu „[Federlesen] Arabischbücher – Womit lernt es sich am besten?“

  1. Hey, eine schöne Auflistung und für mich gerade echt hilfreich. Auch wenn ich kein Arabisch lernen möchte, versuche ich mich gerade an Spanisch und stehe da ganz am Anfang.
    Natürlich habe ich mal auf der Buchmesse bei Pons geschaut, was es so alles gibt, und war schlicht überfordert. Es gibt einfach so viel und ich denke, dass ich da nochmal detaillierter gucken muss, was ich gebrauchen kann. Die „Auf einen Blick“ -Sachen erscheinen mir jedenfalls ganz praktisch.
    Deshalb würde mich ein Artikel dazu interessieren, wie du Sprachen lernst. Das finde ich immer ganz spannend und vielleicht kann ich mir da ja noch das ein oder andere von abgucken.
    Liebe Grüße,
    Katja

    1. Hallo Katja,

      diese „Auf einen Blick“ Tabellen sind wirklich Gold wert, vor allem auch im Unterricht selbst oder bei den Hausaufgaben. Ich glaube, für Spanisch gibt es auch mehrere. So Dinge wie Miniwörterbücher sind am Anfang eigentlich auch nicht nötig, weil du alle nötigen Vokabeln im Unterricht bzw. deinen Kursbüchern hast.
      Ich schau mal, ob ich einen Artikel oder ein Video zum Lernen mache…

      Cheerio und viel Spaß mit Spanisch,
      Mari

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