Die Bloggercrew empfiehlt – Septemberempfehlungen

Um den Monatswechsel herum stellen wir von der Bloggercrew The Dirty Six euch immer Bücher vor, die nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen (haben) wie wir es uns für sie wünschen. Es handelt sich dabei auch nicht zwingend um aktuelle Bücher, sondern einfach um welche, die uns gut gefallen haben, und das Alter ist dabei irrelevant.
The Dirty Six besteht aus Anna, Charline, Franzi, Julia, Mari und Vera.

Dieses Mal haben wir einen bunten Mix aus Sachbüchern, Romanen, Fantasy und Comics für euch. Viel Spaß!


Anna: Notes on a nervous Planet von Matt Haig

Da ich die Ehre hatte, Matt Haig diesen Monat in Lüneburg bei einer Lesung zu sehen, habe ich mir natürlich gleich sein neuestes Buch gekauft und es mir signieren lassen. Anschließend habe ich es in einem Vormittag verschlungen.
Matt Haig Folge ich schon länger über Twitter und finde, dass er durchaus wahre und gute Themen kurz und knackig verpackt und dadurch unglaublich sympathisch wirkt. Sein Buch beschäftigt sich als zweites mit Mental Health und damit, wie ein Planet, der sich in ewigem Stress zu befinden scheint, davon erholen könnte. Dabei ist es persönlich, kurz und knapp, manchmal einfühlsam, immer mit Fakten unterlegt und vor allem eins: Einsichtig, was unsere Welt betrifft.
Eine absolute Empfehlung für alle, die vielleicht mal einen Digital Detox machen wollen oder auch einfach nur wissen wollen, wie man sich überhaupt in der heutigen Welt zurecht finden soll.


Charline: Und wenn die Welt brennt von Ulla Scheler

CN: Missbrauch, Essstörung

Ulla Scheler konnte mit ihrem Debut Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen schon einige begeistern, mich eingeschlossen. Auch mit ihrem folgenden Buch Und wenn die Welt verbrennt konnte sie mich positiv überraschen.
Es geht um Alisa, die Ängste plagen und Felix, der an sich selbst zweifelt. Sie merken, dass sie sich gegenseitig gut tun und kommen sich näher. Doch Felix merkt bald, dass Alisa Geheimnisse hat und ihre Probleme sind wohl größer als gedacht. Schon bald holt ihre Vergangenheit sie ein…

Ulla Scheler hat einen wunderschönen Schreibstil, der oft sogar poetisch ist und mit dem sie so viel ausdrücken kann. Ich liebe es, Schelers Worte zu lesen, die sehr tiefgründig sind. Die Geschichte ist sehr emotional und berührend; mal fröhlich, mal traurig und dann auch wieder sehr spannend. Doch immer konnte ich Alisas und Felix‘ Gedanken nachvollziehen. Sie waren mir sehr sympathisch und ich fand es so schön, ihrer gemeinsamen Geschichte zu folgen. Und ich habe so sehr mit beiden mitgefühlt, wenn es ihnen schlecht ging. Scheler macht ihre Ängste und Probleme wirklich verständlich.
Da auch sensible Thematiken aufgegriffen werden, könnten manche Personen getriggert werden. Doch ansonsten kann ich dieses Buch wirklich empfehlen, besonders wegen Schelers Schreibstil und den schönen und ruhigen Momenten der Geschichte.


Franzi: Vampir für dich von Lynsay Sands

Beth Argenis hatte schon immer das Gefühl, dass „Scottty“ oder auch Cullen MacDonald irgendetwas gegen sie hat. Seit dem Tag ihrer Rettung macht er ihr das Leben schwer und sie weiß einfach nie wieso. Als 125 Jahre später Beth unerwartet von „Scotty“ bei ihren Aufträgen als Jägerin unterstützt werden soll, kommen ihr erste Zweifel an seinem Verhalten. Auf einmal ist er viel zu nett und nervend beschützerisch. 125 Jahre lang sucht er sie in ihren Träumen heim und nun endlich könnte sie erfahren wieso…

Sagt nichts! Ja, es ist Buch 26 – ABER – man muss nicht unbedingt alle Bücher gelesen haben, man kann es durch aus ohne einen anderen Band zuvor gelesen zu haben lesen. Warum ich das Buch empfehlen will? Nach 26 Büchern kann man annehmen, dass ab und an mal welche dabei sind die nicht so toll waren. Aber dieses hier war eine totale Überraschung.

Die Handlung hatte Substanz und die Thematik war ziemlich düster. Unsere Protagonistin hatte eine unglaublich grauenvolle Vergangenheit, mit der sie aber mittlerweile zurecht kommt. Es ist die Mischung aus sexy Romantasy und tiefgründigen, düsteren Ereignissen, dem Aufruf zur Selbstliebe, die Auswirkung von Vorurteilen und einige Erkenntnisse zusammenbringen mit sympathischen Vampiren, viel Humor und Spannung.

Für wen das interessant klingt – versucht es mal und vielleicht verliebt ihr euch genauso in die Argeneau-Vampire wie ich.


Julia: Spider-Man/Deadpool von Joe Kelly und Ed McGuinness

Ich liebe Deadpool. Und ich liebe Spider-Man. Beide zusammen liebe ich noch mehr. Denn es gibt keine bessere Kombination als die freundliche Spinne von nebenan und dem brutalen, furchtlosen Killer.

Um was es geht? Deadpool will sich mit Spider-Man (von Deadpool liebevoll Spidey genannt) anfreunden, dieser ist aber deswegen nicht wirklich erfreut. Deadpool hegt aber auch einen fiesen Hintergedanken, von dem Spidey nichts ahnt: Er will Peter Parker, den Chef von Spider-Man töten. Das dieser ein und dieselbe Person sind, weiss natürlich niemand, nicht mal Deadpool. Und so nimmt die Geschichte seinen Lauf.

Mit zahlreichen Anspielungen auf die anderen Avengers, die Deadpool Filme und mit ganz viel Humor zeigen sich die beiden von ihrer besten (und schlechtesten) Seite.
Das beste daran: Man kann es als absoluter Marvel-Comic-Neuling lesen! Ich habe bisher nur in Marvel-Comics reingeschnuppert, bin aber ein blutiger Anfänger. Zu Beginn des Comics wird die Ausgangssituation kurz erklärt, dann geht die Geschichte auch schon los. Der Einstieg fällt erstaunlich leicht und auch wenn man nicht alle Anspielungen versteht, findet man sich doch schnell zurecht.

Ein Muss für alle Marvel-Fans und solche, die sich gerne mehr mit den Comics beschäftigen möchten!


Mari: Weiblichkeit im Aufbruch von Nora Amin

Wie bewegen sich Frauen in der Öffentlichkeit? Wie kommt es, dass man sich zu Hause vor dem Spiegel noch schön fand, sobald man draußen ist sich aber seltsam fühlt, falsch angezogen, hässlich? Wie trägt die Öffentlichkeit dazu bei Frauen und ihre Körper zu „zähmen“ und ihnen „ihren Platz zuzuweisen“?

Diesen Fragen und weiteren geht Nora Amin in ihrem kurzen Essay Weiblichkeit im Aufbruch nach. Zwar beschreibt Amin Verhältnisse in Ögypten, doch nicht nur dort werden Frauen in der Öffentlichkeit als Objekte betrachtet, in westlichen Gesellschaften sieht es nicht anders aus. Und Amin schafft es auf eine Weise, über weibliche Körperlichkeit zu sprechen, die nicht für Ägypten gilt.

Es gibt kein Fazit. Das Essay ist einfach eine Schilderung und Analyse der aktuellen Situation von Frauen im öffentlichen Raum – und diese Analyse ist so treffend, dass es eine schallende Ohrfeige für diejenigen ist, die der Meinung sind, Frauen würden sich ja nur etwas anstellen, Blicke und Pfiffe seien Komplimente und keine unangenehmen Erfahrungen, und insgesamt würden wir die Lage völlig übertreiben. Nein, tun wir nicht.


Vera: Marthas Widerstand von Kerry Drewery

Wie ist es in einer Welt zu leben, in der Menschen via Fernbedienung abstimmen können, ob du Leben oder Sterben musst? Marthas weiß es. Denn sie ist des Mordes angeklagt und hat nur noch sieben Tage zu leben. Jeden Tag darf das Publikum der Sendung „Death is Justice“ über Marthas Schicksal entscheiden.

Diese Sequenzen haben mich immer an die Gladiatorenlämpfe erinnert. Nur eben in der Jetzt-Zeit. Dieses Buch zeigt die ganze Grausamkeit der Menschheit und tatsächlich wäre ich nicht überrascht, wenn einige Personen diese Vorgehensweise tatsächlich befürworten würden.
Es gab viele Stellen im Buch, wo ich nur fassungslos mit dem Kopf schütteln konnte. Martha ist im Buch nicht die größte Sympathieträgerin, da sie in sich gekehrt und nicht unbedingt scharf darauf ist, um Gnade zu betteln. Aber ist das ein Grund sie zur Mörderin zu verurteilen? Hat sie deswegen ein Motiv?
Das Buch zeigt sehr gut, wie es wäre, wenn das Volk Gericht spielen würde und dies nur zur Unterhaltung der Allgemeinheit dient.

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