[Rezension] Romy Fölck – Totenweg // Autorenfrühstück

Titel: Totenweg (Affiliate Link) | Autorin: Romy Fölck | Verlag: Bastei Lübbe | ISBN: 978-3785726228

Worum geht’s?

Frida, Polizistin in Hamburg, bekommt nachts einen Anruf von ihrer Mitter: ihr Vater wurde niedergeschlagen und liege nun mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus. Trotz ihres gespannten Verhältnisses fährt Frida sofort in die Marsch vor Hamburg um den Apfelhof ihres Vaters erstmal zu führen. Sie beginnt mit eigenen Nachforschungen anzustellen, zusammen mit Bjarne Haverkorn von der Mordkommission Itzehoe, der vor 18 Jahren schon den Mord an Fridas bester Freundin untersuchte. Damals sagte Frida nicht alles was sie wusste. Hat das Verbrechen an ihrem Vater mit dem Mord damals zu tun? Oder gibt es einen Zusammenhang mit den Großbauern, die in der Marsch das Land aufkaufen, und scharf auf das Land von Fridas Familie sind?

Wie war’s?

Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten mit Frida warm zu werden, was vermutlich an ihrer Unnahbarkeit gegenüber den anderen Charakteren lag. Im Laufe der Zeit behält sie zwar ihren typisch norddeutschen Dickschädel, fasst aber mehr Vertrauen und ich mochte sie von Seite zu Seite mehr.
Normalerweise mag ich keine Alleingänge bei Ermitter_innen. In der Regel sind sie unfassbar plump dargestellt, beruhen auf mangelndem Teamgeist, und sind vor allem nur dazu da, Probleme zu erzeugen, die man mit einer Absprache mit den Kollegen hätte verhindern können (Stichwort: Ermitteln auf eigene Faust, und – hoppla – man ist auf einmal in den Fängen des Serienmörders und muss gerettet werden…). Bei Fridas „Alleingang“ saß ich aber auf der Couch und dachte: „Jo, würde ich genauso machen, geht schließlich um die Familie!“, und erfreulicherweise war das kein Plotdevice.
Auch Bjarne Haverkorn kommt ohne das sonst recht übliche zweifelhafte Verhältnis zu Alkohol aus. Er ist zwar Kettenraucher, aber muss sich nicht betäuben.
Sowohl Frida als auch Bjarne haben ihre Päckchen im Leben zu tragen, was sie in ihrer Ermittlungsarbeit aber nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil, sie wachsen mit der Zeit zu einem guten Team, trotz Alters- und Erfahrungsunterschied.

Der Thriller war nicht außergewöhnlich, die Story nicht unbedingt neu, aber er liest sich aber flott weg und bietet gute Unterhaltung. Es gibt einige Wendungen und Überraschungen, und vor allem auch Charaktere, die man leidenschaftlich verachten kann. Vielleicht spielt der ein oder andere im nächsten Teil eine größere Rolle, denn dass ich Frida und Bjarne weiter begleiten werde, steht fest.

Autorenfrühstück

Im Februar lud Bastei Lübbe zum Autorenfrühstück mit Romy Fölck ins Literaturhaus Hamburg an der Außenalster ein. Beim leckeren Brunch erzählte Fölck von ihren Anfängen als Autorin, wie es ist bei einem großen Verlag unter Vertrag zu stehen, und wie sie in die Marsch und die Idee für den Thriller bekam. Später las sie auch aus Totenweg und ich wollte gar nicht, dass sie aufhört. Zum Glück habe ich das Buch und das Hörbuch gleich mitbekommen.
Hier sind einige Eindrücke, nicht nur vom Brunch, sondern auch von der Außenalster.

Das Wetter war an dem Tag etwas diesig

Besuch beim Fotografieren. Vermutlich dachte sie, ich hätte was zu futtern…
Sarah Fußhoeller und Franziska Paar von Bastei Lübbe hatten zum Brunch eingeladen.

Romy Fölck
Bücher, Hörbücher und eine Autorenzeitung – es war für alles gesorgt.
Kinners, ich sach euch: der Brunch war oberlecker. Und ich habe meine Manieren vergessen und mir den Bauch vollgeschlagen.

3 Kommentare zu „[Rezension] Romy Fölck – Totenweg // Autorenfrühstück“

  1. Danke für deine Rezension, Mareike (und für die Alster-Fotos … auf die Bucket-List damit).

    Mir ist aufgefallen, dass dir die mittlerweile klassischen Ermittlerproblemchen wie Alkohol und Alleingänge auch schon zu abgewetzt sind. Umso besser ist es, von Krimis zu lesen, die ohne auskommen oder wo die Probleme sozusagen natürliche Ursachen haben.

    Ich habe mir Romy Fölck auf meine kleine Merkliste gesetzt.

    1. Ahoi!
      Vielleicht sollte ich mal eine Liste machen von Thrillern/Krimis, die ohne diese beiden Punkte auskommen. Mir fällt spontan noch die Trümmermörderreihe von Cay Rademacher ein, die ich sehr genossen habe. Spielt im direkten Nachkriegshamburg (1947 oder so), und da lagen die „Probleme“ anders. Sehr schöne Trilogie.
      Übrigens hat sich Franzi vom Lovelymix Blog gerade mit den Thema auseinandergesetzt, falls es dich interessiert: https://www.lovelymix.de/alkoholismus-in-der-literatur/.

      Cheerio und einen schönen Abend noch,
      Mareike

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